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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-06-15 · 12 (15.6.1938) · p. Seite 183

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
12 (15.6.1938)
Date
1938-06-15
Page
Seite 183 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 12 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeindcn in Bayern " 183 Pastorale zieht der 1. Satz vorüber; Eisner unterstrich diesen Charakter durch Einhalten einer ruh« fließenden Linie, durch zartes Hervorheben der melodischen Gedanken und planvolles Abschattieren. An Mendelssohn gemalmt der 2. Satz. Andante con moto, sowohl in der Art der beiden Gesangsthemen als m der Anlage, an den »ch als 3. Satz ein Allegro scherzando anschließt, vieleicht die stärkste Eingebung der Symphonie. Auch das Violinkonzert m a-moll des jüdischen Komponisten GoWmark ist nur selten in den Konzertsälen anzutreffen. Eine Fülle prächtiger und tragender Gedanken zeichnet es aus. eine vornehme, an den Meistern der Romantik geschulte Tonsprache ist ihm eigen. Man hätte für das schöne Werk keinen besseren Interpreten finden können, als An nie Steiger-Betzak (Frankfurt_a. M.). Mit dem Vortrag dieses Konzertes überbot sie nooh bei 'weitem all das Schöne, das wir schon von ihr gehört haben. Sie spielte mit berückend schönem Ton. in meisterlicher technischer Form, und vor allem mit einer souveränen Musikalität, die dem anspruchsvollen Werk eine vollendeteHnterpretation zu Teil werden ließ. Ganz besonders schön führte das Orchester seinen Part aus: der Dirigent zeigte in der Begleitung die oft gerühmte Zurückhaltung und überlegen formende Gestaltung. «Heden Solopart mit dem großen Orchesterapparat zu vollkommener Einheit verbindet. Abschluß und Höhepunkt des Programms bildete Tschaikowskys Sechste Symphonie. Eisner gehört zu dien wenigen Tschaikowsky- Dirigenten. welche die widerspruchsvollen Meinungenum diesen Komponisten von den ersten Takten an zum Schweigen zu bringen vermögen. Unleugbar sprechen aus dieser letzten Schöpfung Tschaikowskys persönliche Erlebnisse von höchster Tragik, und wer die Geschichte des Meisters kennt, dem ist nicht fremd, weshalb gerade dlieses Werk den Abschluß seines Lebens bilden mußte. Eisner formt aus diesem Leidensbekenntrris das Bekenntnis der leidenden Menschheit überhaupt, er erhebt das Werk vom Subjektiven durch die dramatische Kraft seiner Deutung ins Allgemeingültige. Und wen sollte das Lied von der Unbarmherzigkeit des Schioksals. von der Schönheit vergangener Zeit, von dem Ringen um Erlösung und Befreiung, vom Znsammenbruch aller menschlichen Hoffnungen näher und unmittelbarer berühren als unsere jüdische Gemeinschaft? In diesem Sinne gestaltete Eisner die vier Sätze des Werkes. Die Aufführung war das Machtvollste und Hinreißendste, was war je von ihm gehört haben. So oft man diese Symphonie gehört haben mag — an diieser Stätte und in dieser zu tiefst erregenden Wiedergabe erhielt sie eine neue, vielleicht einnrali<e"*Bedeutung. Obgleich niemand ahnen konnte-, daß die leiderfüllten, schmerzlichen Klänge des abschließenden Adagio den Abschied des,Kulturbundes von unserem schönen Münchener Gotteshause beideuten sollten, waren die Hörer von der Tragik dieser Musik zu innerst berührt und erschüttert. Ergriffen zollten siedln Künstlern ihren Dank für das Erleben dieses Abends, a. Verlegung des Gottesdienstes In einer Bekanntmachung in dieser Nummer des Gemeindeblattes wird den Gemeindemitglledern vom Vorstand und Rabblnat der Kultusgemeinde Kenntnis gegeben. daB Iwegen Abbruchs der Synagoge die Hauptgottesdienste bis auf weiteres im Betsaal. Herzog- Max-Straße 3—5. stattfinden, und zwar Freitag-Abend 6.30 Uhr, Sabbat-Früh um 9 Uhr. 7n Zionistischer Ortsverband Mfinchcn - ■' —^=^C**d»«ft»»lelle Sdilc-tieritratje z —~ _Zionistischer Ortsverband München—- Männerkfeiderkammer Wir benötigen dringend fflr unsere Kleiderausgabestelle gut erhaltene Mannerkleider - Schuhe - Wäsche. Auf Anruf erfolgt Abholung. Fernsprechnummer 12883. Wohlfahrtsstelle der Israelitischen Kultusgemeinde München, Herzog Maxstraße 3/1. BAMBERGER&HERTZ DIE ZUVERLÄSSIGEN KLEIDERFACHLEUTE Hebräische Sprachkurse München Am Samstag, den 25. Juni, nachmittags 4.45 Uhr. findet der kommende Chug-J wrl statt. Freie Ssichah. derversammmng und Landeskonferenz der Staatszionistischen Organisation stattfindet. Die Ankündigung des Vortrages von Herrn Dr. Kuhn. Berlin, wird noch erfolgen. Gedenktag Am 16. .tum sind fünf fahre vergangen seit Jem Heimgang des allzu früh vollendeten Gemeindeführers Dr. Klias St raus. Die Israelitische Kuthrsgemeinde München und die Zionisten in Deutschland gedenken an diesem Tag eines ihrer Besten. In der Miinchener Gemeinde war er seit 1921 zweiter Vorsitzender, dein Verband Bayer. Isr. Gemeinden galt seine ganee Fürsorge, das gemeindliche Wohlfahrtsamt war seine Schöpfung und unterstand seiner Leitung, ebenso galt dies für die Darlehenskasse Iwria. Inder Zemtralwahlfabrtsstelle und der Wan£lerfürsorite wurde Eli Straus* Rat immer begehrt. Seit Ehas Straus' Tod gingen fünf ereignisschwere Jahre ins Land. Was^an ihm sterblich war. ruht in einem Ehrei.grab. im nördlichen jüdischen Friedhof. Sein gastfreundliches Haus ist nach Erez-Israel verlegt. Und doch ist der gütige Mensch unvergessen: die bücke, die hter das Schicksal riß. ist nicht geschlossen. Jüdischer Tum-u. Sportverein' München e. V. „Jtus" Getchllttstelle: PlinianscratraBe 76. Teleloa 72(99. Tenultplitze: 73 6 66. Sekretariat: Pllnganscrstrafie 76. Sprechzeit: 10—13. IS—22 Uhr. Sportplitze an der MarbachstraBc (Linie 6 ForstenrlederstraBe). I'linganserstraße 76r\Turnhalle. Box-, Judo-. Tischtennis-Säle und Keielbahn." Jtus-Fahrt nach Stuttgart und Frankfurt Vier herrliche Tag»'liegen hinter uns. Von Donnerstag, den 26. Mai früh bis Sonntag Nacht waren die Fußballer, die Handballer und die Dainen-Handbalfmannschaft des Jtus auf großer Fahrt. Für uns alle.die wir mitkommen durften, wird diese Reise, die uns auch über Heidelberg und Mannheim führte, ein unvergeßliches Erlebnis sein. Wir hatten herrliches Wetter, beste sportliche Komeradschaft herrschte und furA'iele von uns war es die erste größere Reise. Leider werden uns einige unserer besten Sportler in den nächsten Wochen für immer verlassen; ihnen bedeutete diese Reise einen besonders schönen Abschluß ihrer treuen Mitarbeit am guten Ansehen unseres Jtus in den jüdischen Sportler- T Staatszionistische Organisation München ReichenbachstraOe 27/1 r. Der Vortrag des geschäftsführenden Vorsitzenden der staatszionist-ischen Organisation. Herrn Dr. Heinrich Kuhn, Berlin, wird zu einem späteren Zeitpunkt als vorgesehen abgehalten werden mit Rücksicht darauf, daß am 19. Juni 1938 in Berlin eine Mitglfc- Stets Henkelten im Fachgeschäft für Damenbekleidung LEO OPPENHEIMER, Dachauer Strasse 9 (neben Cafe Rheinland)

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