Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Volume
- 14 (Ausgabe A) (1938)
- Issue
- 12 (15.6.1938)
- Date
- 1938-06-15
- Page
- Seite 180 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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180 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern A—i--^—^———^——————^——■—— Nr. 12 wir den Unterricht fortgesetzt. Es sei besonders erwähnt, daß viele Jugendliche regelmäßig das Seminar für Baumkultur besuchten, das zwei Wochen Jans In Nahalal abgehalten wurde. - •' v Nähkurse für Mädchen Wir hielteri es für notwendig, den Mädchen der Jugend-Alijah- Grunpe besondere Stunden im Nähen und Zuschneiden zu geben, und so die praktische Arbeit, die jede in ihrem Wohnhaus unter Hilfe iuiJ Anordirung der Haustfrau tut. zu ergänzen. Eine Fachlehrerin gab diese Spezialktirse zweimal wöchentlich. per Unterricht wurde gut besucht; die Mädchen interessieren sicli und kamen gut vorwärts . Abgesehen von den festen Unterrichtsstunden — drei Stunden täglich von 3 bis 6 Uhr nachmittags — finden jeden Abend ein bis zwei stunden lang Kurse oder Gemeinschaftsveranstaltungen statt, wie etwa.: Unterricht in erster Hilfe bei Unglücksfällen. Turnen, Ssichot mit der Jugend von Nahalal über verschiedene Themen. Außerdem nimmt die Jugend an jedem Schabbat an den Veranstaltungen der Siedlung teil. Eine Reihe von Jugendlichen besucht auch die wissenschaftlichen Kurse, die im Laufe des Winters allubemllicli iür die Siedler von Nahalal abgehalten werden. Bericht aus Ben Schemen: Gruppe von 34 Jugendlichen. 20 Jungen. 14 Mädchen; im Lande seit Oktober 1936. — Jahres-Stundenplan: Die landwirtschaftliche Schule Ben Schemen übermittelt ihren Jahresstundenplan, aus :clem ersichtlich ist, wieviel Unterrichtsstunden auf die einzelnen Fächer während der zweijährigen Vorbereitungszeit entfallen. Unterrichtsfächer Allgemeine naturwissenschaftliche Fächer: 1. Chemie 2. Botanik . 3. Physik 4. Zoologie , 5. Geologie 6. Bodenkunde N , Landwirtschaftliche Fächer: 1. Viehzucht ' 2. Pflanzungen 3. Gemüsegarten , 4. Ackerbau 5. Hühnerzucht •6. Bienenzucht 7. Landwirtschaft!. Maschinenlehre 8. Betriebslehre 9. Buchführung 10. Schädlinge und Krankheiten 11 Bewässerungs- und Düngungslehre 12. Denionstrationsunterricht Allgemeine Bildung: Hebräisch. Fremdsprachen, jüdische Geschichte Selnstarbcit und Verschiedenes 1. Jahr 2. Jahr Gesamt 100 St. 50 St. 150 St. 100 St. 50 St. 150 St. 50. St. 25 St. 75 St. 50 St. 25 St. 75 St. 20 St. -- 20 St. ,-- 40 St, -40 St. 18 St. 72 St. 90 St. 10 St. 72 St. 82 St. 10 St. 54 St. 64 St. 48 St. --■ 48 St. 36 St. --— \ 36 St. -- 18 St. 18 St. -- -18 St. 18 St. -- 24 St. 24 St. -- 18 St. 18 St. -- 18 St. 18 St. 13 St. 18 St. 30 St. 80 St. 46 St. 126 St. i - 175 St. 100 St. 175 St. 100 St. 50 St. t)0 St. Im allgemeinen können wir jedoch sagen, daß aHe gut in den ArbeitsproztC eingegliedert sind. Bericht aus Daganlah: Gruppe von 23 Jugendlichen, 17 Jungen, 6 Mädchen; im Lande seit September 1937.'— Begeisterung für die Arbeit: Der Eintritt in die Arbeit ging in echter Begeisterung vor sich. Der Wunsch, einen Beruf zu erlernen, der in allen Gruppen namentlieh in ider ersten Zeit sehr stark ist. schlug bei dem meisten von uns rasch in den Willen um. die einzelnen Arbeitszweige genau kernten zu lernen. Die meisten Jugendlichen arbeiten jetzt ständig an bestimmten Arbeitsstellen, wie ho Gemüsegarten, in der Gärtnerei, dm Kuhstall und im Hübnerhof. Bericht aus Gewa: Gruppe yon 21 Jugendlichen, 12 Jungen. 9 Mädchen: im Lande seit März 1936. — Landwirtschaftlicher Unterricht tut not: v Es fehlt uns ein geeignetes Buch für den landwirtschaftlichen Unterricht. Als landwirtschaftliches Erziebungsinstirut müssen wir der Jugend Unterricht geben, der mindestens die Grundlagen der Landwirtschaft enthält (Bodenlehre, Wasser usw.), sowie Abschnitte über Getreidewirtschaft. Gartenbau. Hühnerstall, Kuhstall usw. Es ist gewiß ausgeschlossen, im Laufe von zwei Jahren zum Fachmann zu werden, aber es Ttntß möglich sein, in theoretiscIhmi Unterrichtsstunden der Jugend, die Grundlage für möglichst viele Arbeitszweige zu geben. i Bericht aus Kiriath Anawim: Gruppe von 28 Jugendlichen. 19 Jungen. 9 Mädchen; im Land seit April 1936. — Verhältnis zur Arbeit: V Bei den meisten Jugendlichen ist die Arbeit ein Teil ihres Lebens geworden. Sie Ist nicht nur eine Pflicht -für sie, die sie .erfüllen müssen, sondern Inhalt des Lebens. Zwei Mädchen, tefie wegen ihres Gesundheitszustandes landwirtschaftliche Arbeit nicht leisten konnten, verließen mit Zustimmung des Jugend-Alijah- Büros die Kwuzah, um einen anderen Berufsweg einzuschlagen. Bericht aus Beth Sera: Gruppe von 20 Jugendlichen, 12 Jungen, 8 Mädchen; im Lande seit September 1936. — Anpassung an die Arbelt: Nach einer kurzen Ubergangszeit ordneten wir die Jugendlichen in die verschiedenen Zweige der Wdrtschaft ein. Sie arbeiteten im Pardeß. bei den Bananen, im Gemüsegarten, im- Kuhstall, im Geflügelstall, beim Traktor, beim Bau und als Kutscher. Wir nutzten verschiedene Gelegenheiten aus und gaben den Jugendlichen die Möglichkeit. Kenntnisse als Schlosser und Elektriker zu erwerben; die Mädchen konnten sich im Nähen und Zuschneiden ausbilden. Sie arbeiteten außerdem in den verschiedenen Zweigen des Haushalts, sowie im Kleidermaigazin und dn der Küche. Die ganze Gruppe hat schon während der ersten Monate., ein ernsthaftes Verhältnis zur Arbeit gewonnen. Bericht aus Miklwe Israel: Gruppe von 25 Jungen: im Lande seit Februar 1938. — Erste religiöse Jugend-Alijah-Gruppe in Mikwe Israel: Die erste Jugend-Alijah-Gruppe, dtie aus 25 Jugendlichen und zwei Maidlrichim besteht, ist vor drei Monaten hier eingetroffen. Gemäß dem von uns festgesetzten Plan arbeiten die Jugendlichen einen halben Tag lang (von 6 Uhr.morgens bis 10 Uhr vormittags) «in den verschiedenen Arbeitszweigen des Mescheks. und zwar in der Baumschule, im Gemüsegarten, im Ziergarten, im Weinberg, im Pardeß. fn der Schmiede, im Kuh-, Pfendle- und Geflügelstall sowie in der Tischlerei. Die Schüler arbeiten stationsweise in den einzelnen Artoeitszweigen; jede Station 'dauert drei Wochen. Nach Beendigung einer Station gehen die Schüler in die anderen Arbeitstzweftge über. Entsprechend dem vorläufigen Plan hat die Gruppe noch keinen theoretischen Unterricht in der Landwirtschaft. Sie begnügen sich vorläufig mit der praktischen landwirtschaftlichen Arbeit, bis sie über genügend Kenntnisse in der hebrä- . (sehen Sprache verfügt, in der sie täglich am Nachmittag Unterricht hat. Es gibt drei Gruppen — je nach den Vorkenntnissen der Schüler —. die hebräische Grammatik, Mischna. Gemara, Pentateuch. Geschichte und Landeskunde lernen. Schon heute kann festgestellt werden, daß idie Jugendlichen sich gut der Arbeit und dem Unterricht anpassen. Die Jugendlichen bilden eine besondere Gruppe innerhalb der landwirtschaftlichen Schule von Mikwe Israel. Sie haben einen besonderen Eßsaal und eigene Wohnräume. Die Gruppe nimmt zwar an den allgemeinen kulturellen Arbeiten von Mikiwe Israel teil, hat aber außerdem besondere Ssichot und Vorträge. Das Verhältnis der Jugend-Alijalh-Gruppe aus Deutschland zur palästinensischen Jugend in Mikwe Israel ist ein recht gutes. Jüdische Gesell ichfe und jüdischer Sfaaf i. Einführung In die Jüdische Geschichte. Von Dr. Ph. Biberfeld. Frankfurt a. M. (Hermon-Verlag) o. J. (1937). 8°. 95 Seiten. Preis RM.s1.80. —ir Der Jüdische Staat. Von Dr. Ph. Biberfeld. Frankfurt a. M. (Israelit u. Hermon. Jüd. Buchverlag) o. J. (1938). 8°. 93 Seiten. Ohne Preisangabe. Die Einführung in die jüdische Geschichte von Biberfeld ist aus Vorträgen hervorgegangen, welche in der Thora-Lehranstalt Jeschiwo in Frankfurt a. M. gehalten wurden. Man lernt daraus, .was man sich in dem Kreis des Frankfurter gesetzestreuen Judentums unter Geschichte vorstellt. Für jüdische Geschichte hat danach der Geschichtsbegriff Leopold von Rankes und die Aufgabe, nach exakter Kritik der Urkunden und Quellen unter Auslöschung