Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
- Journal
- Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
- Volume
- 1938
- Issue
- 3 (15.3.1938)
- Date
- 1938-03-15
- Page
- Seite 6 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 <s»- Mittellangen des Jüdischen Lehrervereins rar Bayern 6 dieses teure^ntlitz zu erhalten, in. ersten Ausstellungen hat mir den Staatspreis eingetragen. Neben hervorragenden Kritiken dieses Fragment im Jahre 1915 Zum "Abschluß bringe ich die weitverbreitete Kohlezeichnung: „Betender Jude". Rabbiner Salzberger. ein Freund unserer Familie, schrieb mir.;ils ich ihm diesen Betenden in Form einer Gravüre zusandte: . Das Wort K A \V () N 0 zu übersetzen ist äußerst schwer. \ n da cht ist zu allgemein. Inbrunst ist zu wenig, diese Zeichnung ilnirkt PS niK p r i r t »in A in |>> r i r Ii t> Ui-I ir ii ach G'tt — und ein Insichhineinschauen und ein Begreifenkönneir, daC es eine Gnade ist. wenn uns der Höchste die „Ljpi> e n öffnet", daß wir ihn anreden können." — Es ist scheinbar ein weiter Weg von dieser Welt künstlerischer Höchstleistungen in unser Schulzimmer. Und doch dieses Beschäftigen mit den Grenzen menschlicher Schaffenskraft wird uns unbedingt anregen und es uns wesentlich erleichtern, eine Richtschnur zu finden für den ßildungsweg der uns anvertrauten Jugend. Denn ein guter Lehrer muß ein Gestalter, er muß ein Künstler sein. Daß es auf der jüdischen Schule auch für den Zeichen- Unterricht keine vordringlichere Aufgabe gibt, als jüdischem Geistesgut immer wieder von neuem Ausdruck zu verleihen, steht außer Zweite!. Wir wollen auch von dieser Seite jenem unerschöpflichen Gedankengut dienen, das uns durch die Jahrtausende allen Stürmen trotzen Heß. mehr als es je — selbst die grandiosesten Bild- oder Bauwerke - im Stande sein hätten können. Eine Feierstunde kann es manchmal bedeuten, wenn wir aus irgendeiner Anregung heraus, vor ein Werk eines großen Meisters treten. Wenn wir es mit dem nötigen Verständnis und Hingabe betrachten, können wir emporgetragen werden in höchste Höhen menschlichen Empfindens. •*- ■ Mir sagte-einmal der greise Hans Thoma: „Wenn ich einen Himmel male, dann denke ich immer an die Engel, die dort oben fliegen." Dieses Träumen von den Dingen, dieses Emporblicken_wid Hinabsteigen, dieses Sichloslösen und Heraustreten aus erdeninneii Erlebnissen, das müssen wir auch unseren Kindern geben, ii dieser bitteren Zeit. Kein Mittel darf uns dafür zu hoch oder kostbar erscheinen. Wenn wir von diesem Gesichtspunkte aus unsere zeichnerische und kniistbetrachtende Übung ansehen dann dflrfpn wir Klaube—um auszuwandern. Einzahlungen im Januar - Februar 1938. Sonn, Großlangheini, 10.—; Hönlein, Nürnberg, 15.—;', Heß, Miltenberg, 15.—; Heippert, Kitzingen, 7.50; Bravmann. Karlstadt, 10.—; Steinhäuser, Obbach, 7.50; Tachauer. Cham. 3.75; Schloß, Aschaffenburg, 15.—; Mannheimer, Dettelbach, 10.—; Wechsler, Würzburg, 10.—; Rosenberger, Hammelburg, 20.—; Berlinger, München, 15.—; Levite, Günzenhausen, 7.50; Wahler. Neustadt, 10.—; Lewkowitz. Laudenbach. 5.—; Eldod, Höchberg, 5.—; Rose. Hörstein, 3.75; Ehrenreic':, Berlin. 8.—; Oppenheimer, Fürth, 5.—; Bernheimer, Königshofen, 3.75: Fulder. Treuchtlingen, 10.—; Strauß, Nördlingen. 17.—; S. Blumenthnl-ll. Wüizbuig. 8.—; Kaufmann, Burguiepnach, 15—; Dr. Frankel. Augsburg, 10.—; Krämer. München. 10.—; Gutmann. Fürth. 8.--: Lewkowitz. Laudenbach. 7.50; Edelstein, München, 8.—; Müller. München, 5.—; Glaser, München. 10.—; KirschneT, München, 10.— : Ziegler, München. 5.—; Jul. Kissinger, München. 5.—; Rosenfeld. München. 10.— : Ferd. Kissinger. München. 5.—; Lachmann, München, 5.— : Dr. Klugmann. München, 5.—. Würzburg. 1. März 1938. M. Hellmann. Vereinsmittellungen 1. Todesfälle. Am 22. Februar verstarb im 75. Lebensjahr unser treues Mitglied Lazarus Tannenwald in Aschaffenburg. In Karbach im Jahre 1863 geboren, betreute er als Lehrer die jüdischen Gemeinden Bibergau, Külsheim, Viernheim und Griesheim. Im Jahre 1902 trat er in den Dienst der Kultulsgemeinde Aschaffenburg und war dort als treuer Beamter bis zu seiner Pensionierung, die im Jahre 1924 erfolgte, tätig. In unserm Verein war er ein gern gesehener, lieber Kollege, der früher bei unseren Versammlungen wohl selten fehlte. Über 55 Jahre, seit 1882, war er Mitglied unseres Bruderbundes. Wir werden dem Heimgegangenen Treue mit Treue vergelten und ihm ein stetes Gedenken bewahren. Wie wir zu unserem größten Schmerze hörten, ist unser früheres Mitglied Theodor Rosenfelder in Laudenbach, derjvor 2 Jahren nach Erez auswanderte, im Blütenalter von 34 Jahren in Petach Tikwoh verschieden. Wir werden das Andenken dieses jungen, fähigen Kollegen stets in Ehren halten. 2. Personalien. Kollege Julius Neuberger (Ansbach) wurde an die jüdische Volksschule Nürnberg und Kollege M. Lewkowitz in Laudenbach an die jüdische Schule in Fürth berufen. Lehrer Bigeleisen verläßt Ende Mai seine Stelle in Urspringen 'clr-—die Gewißheit haben, daß unserer Mühe keine allzugroßen Irrtümer unterlaufen. ' Lazarus Tannenwald s. R. Am 24. Februar wurde ein treues Mitglied unseres Vereins, Herr Lazarus Tannenwald. Aschaffenburg, zu Grabe getragen. Herr Rabbiner Dr. Bloch entwarf ein getreues Lebensbild des Heimgegangenen. In sinnreicher Rede hob er die Verdienste hervor. ihV sich Herr Tannenwald in der Gemeinde Aschaffenburg erworben. An der Seite der Führer iter Gemeinde habe der Verblichene treu und hingebungsvoll "seine schwere und verantwortungsvolle Aufagbe als Kultusbeamter erfüllt. Daß die Gemeinde Aschaffenburg alle jüdischen Institutionen in gesetzestreuem Sinne habe erhalten können, verdanke sje neben den Gedolim, die als Führer der Gemeinde wirkten, nicht zuletzt dem Entschlafenen. Audi 'sein harmonisches Familienleben wurde gewürdigt. — Für die Kiiltusgemeiiide erstattete Herr Landgerichtsrat Kahn den Dank für das vorbildliche Wirken des Heiitigegangenen. Herr Tannenwald habe in seiner schlichten Art über seine Kräfte hinaus länger als zwei Jahrzehnte treu und unverdrossen der Gemeinde gedient und sich dadurch die Sympathien der Gemeindemitglieder^ errungen. Sein Andenken werde deshalb in der Gemeinde ein ge-' segnetes bleiben. Herr Hauptlebrer Schloß widmete sowohl im Namen der Kollegen des Bezirks als auch" Im Namen des Israelischen Lehrervereins für Bayern dem Heimgegangenen Worte der Anerkennung. Bescheiden in seiner Lebensauffassung, war er doch.energisch, wenn es galt, für die Interessen unserer heiligen hehre einzutreten. Die Lehrer des Bezirks werden ihm ein treues Andenken bewahren. InaW p'">» 1» Levingor Zigarren haben ihre Stammkunden! S.LEVINGER, B.yersfr.21 im HoUl Rheinischer Hol Gegr. 1886 FerniprerJier 54897 Auch die Kollegen Schottland (Frankental). Hönlein (Nürnberg). Reinhold (Forchheini) und Frl.'Dr. Hausdorff (Nürnberg) werden uns in nächster Zeit verlassen. Ihnen allen gelten unsere herzlichsten Wünsche. Wir danken Ihnen für alle die Treue, die sie uns bisher erwiesen und hoffen, daß sie auch in der Ferne die Verbindung mit uns nicht verlieren werden. In den dauernden Ruhestand getreten ist Vereinsmitglied M. Strauß (Eichstädt), der seinen Wohnsitz nach München verlegt hat. 3. Laut Entschließung des bayerischen Staatsministers für Unterricht und Kultus vom 21.2.38 Nr. IV 7713 werden den jüdischen Schulamtsbewerbern im Schuljahr 1938/39 besondere Fortbildungsaufgaben gegeben. 4. Einem Berichte der Bezirkskonferenz Burgpreppach entnehmen wir, daß dort trotz schwiefiger Verhältnisse im Jahre 1937 vier Konferenzen abgehalten wurden.-' In jeder Konferenz wurde ein Pe'rek der grundlegenden Mischnajans aus Seder S'roim gelernt, dabei wurden die Schwiissvorschriften besprochen. Einige Haftarath wunden mit verschiedenen Kommentaren und wichtige Stellen des Tarcum Scheini an Hand des aramäischen Textes behandelt. In den Sichoth wurde ein Kapitel in Tnach eiuer eingehenden gemeinsamen Aussprache unterzogen. Referate hielten Bernheimer (Königshofen) über ..Abarbanel" und Adler (Frmershausen) über ,.R. Akiba Eger". Müilchen. 10. März 193R. : M. Rosenfe'd M. Adler. BAMBERGER&HERTZ DIE ZUVERLÄSSIGEN KLEIDERFACHLEUTE Für den Inhalt der „MitteilunKen" verantwortlich: Max Adler, München