Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- Beilage zum Jeschurun (1865)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 75)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3768355-7182390-7182481-7182480--0839-3769760- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
fuhr auf der breiten Landstraße, und sein ganzer Geist mt Plänen und Entwürfen für seine Zukunst in der Residenz erfüllt war! — II. Da liegt sie so schön vor uns — die königliche Residenz Berlin. — Eine herrliche Stadt! Kein gebietenber Herrscherwille schuf dies Chaos von Thürmen, Rath- und Kaufhäusern, Waarenhallen, dampfenden und funkensprühenden Feuerschloten I Was da im Abendglühen von den letzten Strahlen der scheidenden Sonne deersten Augusttages erleuchtet und von der matten Scheibe ihres Stellvertreters an der Wächterzinne des Himmels sanft bläulich schon angedämmert vor uns liegt, schrif sich im Laufe der Jahre durch die Umstände selbst. Es ist zehn Uhr Abends, die Stunde, wo die Müden zur Ruhe gehen sollen; aber Berlin, eine Stadt des Luxus und Genusses, wird nicht sobald müde; noch wogen die Menschen auf und ab, noch stehen Liebende in träu- «erischem Plaudern und sprechen von künftigem Glück, dar nur zu oft dem Golde gleicht, das eben der Mond Ms den Fluthen der Spree schwimmen läßt — in den Echänken kämpft die Rebe und der Gerstensaft um den Eieg — das morgenländische Opium, die Cigarre, sekunditt beiden, bis die Kämpfer auf beiden Seiten unterliegen; — eine gute Nacht hieben und drüben, und alles »ird still. Halten wir aber in der Friedrich WilhelmSstraße bei einem herrlichen, stattlichen Pallaste still, so sehen «ir die hohen Fenster noch hell erleuchtet. Der Portier in Salla und die vielen Equipagen, die vor dem Hause liehen, zeigen uns bald, daß hier mitten in der tobten Eaison efne glänzende Soirö stattfinden muß, und wem Beilage X