Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- Beilage zum Jeschurun (1865)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 74)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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TI Roch eine Umarmung, noch einen Kuß — und Ade. Die Eltern durften nicht vor die Thüre, denn er war zu kalt für sie in der rauhen Morgenluft. Mathilde und Onkel Löb geleiteten den Scheidenden. Und draußen am Wagen, da drückte sie den Geliebten noch einmal zitternd an'« Herz und bat ihn, ihr treu zu bleiben. Und wieder war Onkel Löb die Scene zu tragisch, und er nahm des Kutscher- Peitsche und knallte lustig zu der Weise: ״ho, ho, ho, so gut, so stoh, der Postillon von Longjumeau." , Mathilde legte nochmals den Arm um Ernst'S Schultern, und bat innig: ״Pergiß mich nicht." ״Niemals I" rief ernst, wand sich sanft aus ihren Armen, küßte Onkel Löb; — zwei Sekunden darauf, und der Wagen rollte fort. Mathilde sah ihm mit schmerzlichem Gesichte nach- und flüchtete ihre schönen Arme unter das Tuch. SS war kalt, die Straße sah noch todt aus, wie eine graue Stube, deren Decke abgetragen ist. Der Nachtwächter auf der Bank gegenüber war aufgewacht, half sich langsam auf seinen Spieß gestützt in die Höhe, und bliei fünf Uhr. , , Langsam, schauernd vor Frost und Trauer, ging sie mit,Onkel Löb, der theilnahmSvoll jenes Schweigen deobachtete, das angenehmer auf: den Leidenden wirkt, als alle Lrastreden, in da» Hau» zurück. Aron Bergheim und seine Frau saßen schweigend auf ihren Plätzen—das Kaminfeuer war auSgegangen,— die Lichter waren herabgebrannt, — unheimliches Dunkel herrschte im Zimmer. Mathilde setzte sich M in einen Winkel am Ofen, wo sie oft mit ihm gesessen hätte, de« sie jetzt taufrnd-Grüße nachsandle — «ährend er dahin