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Jeschurun · 1866-01-01 · Beilage zum Jeschurun (1865) · p. Seite 74

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
Fünfter Jahrgang (1865/66)
Issue
Beilage zum Jeschurun (1865)
Date
1866-01-01
Page
Seite 74 (sequence 76)
Language
Hebrew
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74 1 wir einen der reichlivrirten Diener fragen, so sagt et uns: ״Ah, da oben geht es glänzend zu, der Herr Baron von Wingen sind heute Justizminister geworden, und deshalb herrscht im Hause Lust und Freude, Wonne und Frohsinn." ״Baron von Wingen? — das ist derselbe, den dar Volksblatt so sehr empfahl." ״Derselbe," entgegnet der Diener, den übrigens das Frager» schon zu belästigen schien. Ja, bei Baron von Wingen ging es wirklich fröhlich her. Der Sieg, den der ehrgeizige Herr des Hauses heute errang, hatte die Gesellschaft, welche nur aus Freunden der neuen Excellenz bestand, alle Rücksicht, vergesten lasten; man warf die Etiquette über den Haufen und wie Champagner und Wein in Strömen sich ergoßen, so überfluthete Witz und Humor die Conversation der herrlichen Gesellschaft. Ein blendendes Licht von hundert Wachskerzen aus Kronleuchtern und Girandolen strahlte in dem Saale wieder, in dem eben noch Musik erschallte, und zahllose Paare in wunderbarem Gemisch im Contretanz einherschwebten. In den Zimmern, die an den Tanzsaal stießen, waren für die älteren Herrschaften Spieltische arrangirt, und Baron von Wingen, der galante Herr der Hauses, wechselte mit seiner immer noch schönen Frau im Spiele ab, damit sich stets eines von ihnen entweder bei den Tanzenden oder Spielenden befinde und sich so jede Partei gleicher Gunst erfreue. Daß seine Excelleuz nicht ungern bei den Ersteren verweilte, konnte man ihm als eifrigem Bewunderer schöner Frauen und Mädchen nicht übel nehmen, denn au solchen fehlte eL im Saale wahrlich nicht. Es war ein Kranz von lieblichen und schönen Gestalten, der wohl jedes Auge entzückt haben würde. Die lieblichste und schönste aber war nach dem

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