Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- Beilage zum Jeschurun (1865)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 70)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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M kurze Zeit verbleiben durfte. Auch fei» Bruder Löb hat einen guten Antheil au diesem ReinungSwechsel, den» Löb liebt« feinen Neffeu abgöttisch. Wie oft hatte er nicht Ernst'« Jugendstreiche vertuscht, wie oft seinen tolle» Uebermuth entschuldigt — wie oft den Vermittler zwischen Vater und Sohn gemacht; denn Aron war heftig und jähzornig wie fast alle guten Naturen, und Ernst spielte oft und gern den Beleidigten. Im Bewußtsein, der gei» stig Begabteste seiner Familie zu sein, tyrannisirte er sie oft auf unverantwortliche Weise — sein Onkel war er dann immer, der die Zürnenden aursöhnte, der wieder Friede und Eintracht herstellte, und was der würdigen, herzensguter,, edlen Fra« d«S Hauses nicht gelang, dar brachte Onkel Löb rasch zu Wege. Löb Bergheim war aber auch ein Original in seiner Art, er war eine schöne erhabene Seele. Seine Gefühle glichen seinen Vatermördern, die immer in die höchste Höhe gingen. Er war gut, herzensgut, und hatte für alle, die ihn kannten und die ihm nichts in dm Weg legten, so viel Theilnahme, so viel Bereit- Willigkeit und Freundschaft (nur Geld mußte man von ihm nicht verlangen), daß ihm niemand gram sein konnte.— Er hatte wunderliche Eigenschaften; von seinem Verkehr mit dm großen Kaufleuten in der Residenz, (wo er vor Jahren etablirt, dann aber als seine Frau gestorben, derm Grab er immer noch zeitweilig besuchte, herabge« komme» war, weßhalb er im Geschäfte seines Bruder» seine Stellung nahm), hatte er gewisse feine, residenzlicht Manier« angmommen; — er coquettirte mit dieser Bornehmheit seine- Wesen», er sah auf seine Kleidung, und war auch sein Oberkleid einfach, so mar doch seine Wäsche aufs feinst« gewählt. — Löb Bergheim =— bereits «eitaus vierzigjährig — liebte auch die Künste. — er halt« eiu leidenschaftliches Attachemmt für di« Musik. Lob