Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- Beilage zum Jeschurun (1865)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 69)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
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»rite Reise unternehme, bis in die Residenz, wo er die Universität besuchen sollte. - - Mathilde war schlank und hochgewachsen, ein große» Tuch umgeschlagen, verhüllte die üppigsten Reize — sie sah unverwandt ins Feuer und langsam glitten die Thränen über die Wangen. ׳׳■ ■ ‘ Eine düstere Stille herrschte in dem traulichen׳-Go« mach, selbst die Uhr pickte leiser, als beengte sie wie ihre Besitzer der Abschied von dem Söhne des Hauser, dem jungen, begabten und schönen Ernst,''der »jetzt hinaus wollte , fort von all' denen, die ihn so innig liebten, in die kalte Welt, um zu lernen und zu studiren; -benn er wollte ein gelehrter Mann werden, berühmt' dürch sein Wissen, wie sein Vater durch sein Geld und sein edles Herz. Was halfen die Einwürfe seiner Eltern, die ihtn durchaus zum Geschäftsmanne machen wollten, wafruchteten die Bitten seines-Onkels Löb, den er doch sonst über alles liebte, — waS die flehenden Blicke Mathildens, seiner Jugendfreundin und ersten Liebe — er wollte nun einmal fort aus dem kleinen unbedeutenden Städtchen, wollte ins stürmische Leben der Residenz hinein. Rur unter der Bedingung, daß er in drei Jahren längstens wiederkehren müsse, gab sein Vater die Einwilligung hiezu. Aber auch dies war schwer zu erlangen; denit Bergheim war von eiserner Festigkeit, und er wollte tmn einmal nicht, daß sein einziger Sohn eine Laufbahn einschlage, die, dornenreich, dem Juden keine Lorbeeren bringen könne, er wollte, daß er war Rechtelern« — war ÄechteS werde. — ׳ Die Einwürfe seiner Frau, die Liebe zu seinem Kinde erschütterten zum Theil seine Consequenz, und so hatte er, wenn auch ungern dem Sohne gestattet, in Berlin V»>isosyphie z» studiren, und ihn reichlich mit Geld vev»orgt, damit er das Leben genieße — wenn er nun schon einmal in der Residenz ist, in der er nur eine \