Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 119)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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111 Diese objektive Schilderung der Thatsachen — das nochwendige Zubehör der ״Phrutasie" selbstverständlich abgerechnet — bewirkt auch, daß wir mit dem Verfasser nicht darüber rechten können, daß die Nachtgestalten des Lebens, die uns in seinem Buche vorgeführt werden, sämmtlich S»sserlich Bekenner des Judenthums sind. Auch stehen diesen Auswürflingen der Menschheit (Naftali und Kasch mann) holde, freundliche und anziehende Gestalten desselben religiösen Bekenntnisies gegenüber (Tuba l, Mirjam und der ehrliche Scheftel), die noch dazu echt jüdische Gestalten sind und einen wahrhaft erhebenden Eindruck auf das Herz des Lesers machen. Bietet auch der erste Theil des Werkes für den jüdischen Leser niehr des Jutereffanten dar, so erhält doch auch der zweite Theil das Jntereffe in lebhaftester Weise wach, und selbst das mit wenig Geist geschriebene ״Tagebuch Konrad Swings", reiht sich durch die Fülle des Thatsächlichen und des dem Charakter und den Fähigleiten Swings treu augepaßten Styls, dem Ganzen würdig an. Im Uebrigen bedauert man beim Lesen dieses interessanten Buches sehr, daß nicht öfter von besähigten Kräften jüdisch - kulturhistorische Stoffe zur Berarbeitung von Novellen gewählt werden. Nach dieser Leite hin bleibt noch sehr viel zu wünschen übrig. Hoffen wir, daß die falsche Scheu, welche so manches erzählende Genie bisher davon abhielt, der jüdischen Kultur - und allgemeinen Geschichte sein Augenmerk zu- Menden, immer niehr schwinden und der liebevollsten Achtung und Anerkennung auch in dieser Hinsicht Platz machen wird l — . - Berent in W/Pr. * Dr. Adolf Salveudi, Rabbiner.