Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 70)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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66 r falsche Bildung und Aufklärung, fromme (??) Rohheit und Unwissenheit durch geistvolle Pointirung in's Lacherliche zu ziehen, und so neben der Unterhaltung auch manches Saatkorn nützlicher Belehrung und wahrer Aufklärung in die Seele des Lesers zu werfen. Unser ,,RebJone" hat aber mit dem eigentlichen Lustspiel nichts als den Namen und die Eintheilung in Aufzügen gemein, und wenn man das Stück zu Ende gelesen hat, fühlt man sich nur sehr wenig davon befriedigt, wie dies stets bei Genüssen der Fall ist, die keinen liefern Gehalt in sich bergen; denn daß ein Jeschibah-Bachur, der noch dazu sehr bornirt und geistlos ist — die ״Tore" in der 1. Scene des 3. Aktes ist doch zu sinn - geschmack- und witzlos, und Spinn ge ist's Vorlesung, Bemerkungen und Redensarten (1. Aufz. 3.-6. Scene und 4. Aufz. 1. —5. Scene) erheben sich nicht viel darüber — oder ein unwissendes, hochmüthiges und eitles Weib mit ihrer verderbten Sprache lächerlich gemacht wird, lohnt doch wahrlich nicht die Mühe, ein fünfactiges Stück zu schreiben. Zudem ist dasselbe in sehr vielen Scenen in einer Sprache abgefaßt, die weil sie ein Gemisch von Hebräisch, Chaldäisch und Kauderwelsch ist, nur den wenigsten modernen Lesern verständlich sein dürfte. Von den' vielen Haupt r und Nebenpersonen des Stücks ist Hädel die am sorgfältigsten behandelte und glücklichst gelungene. Herr mann und Rosa, die dem Leser das meiste Interesse einflößen und die eigentlichen Angelpunkte bilden, um die sich das Stück dreht, sind — gegen alle Gesetze der Kunst — am spärlichsten behandelt, treten, am seltensten und dann auch nur mit wenigen Worten auf den Schauplatz, und selbst in der vom Leser ähnlichst herbeigewünschten sehr kurzen Scene (die 6.-des 2. Aufz.), in der der Verfasser sie allein einander gegenüberstellt, werden nur die unbedeutendsten Redens-