Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 60)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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-6 sich beruhen läßt und in den inner« Kern dringt, der muß darin gerade mit leuchtender Klarheit das au-ge« sprachen« Princip der streng rationellen Entscheidung finden "). Es findet hier eine Steigerung der Wunder Statt; der Baum rückt von seiner Stelle, was nicht in seiner Natur liegt; ein Bach fließt auswärts, waS gegen das Naturgesetz ist. Die Genossen staunen das Wunder an, meinen aber: Wir streiten nicht mit Bäumen und Bächen, sondern mit Gründen. Hierauf muß daS taube, regungslose Gestein auf R- Elieser's Ruf sich zum Sturze neigen; aber die Gelehrten lassen sich nicht einschüchtern, sondern das Gestein muß die Abweisung des R- Josua anerkenuen und beiden Gelehrten Rechnung tragend in gebeugter Stellung verharren. Endlich soll die höchste Autorität, ein Bath-Kol (Stimme), welches nach dem ") Die Hülle der tälmudischen Legenden sieht sehr oft ärmlich und verkümmert aus; wer sich aber Mühe girbt, diese mit scharfem Blicke zu durchdringen, der wird darin de» tiefe« Sinn, de» lauter» und herrliche» Gedanken erfassen, den unsere alten Weisen entweder aus Furcht vor Mißverständniß von Seiten der Unwissenden (עם, הארץ), oder zum Schutze vor Feinden und Bersolgern, oder aueinem u«S unbekannten Motiv so eifrig zu verbergen und zu vergraben bestrebt waren. Mit Hilfe der Geschichte, Kritik, Alterthumskunde und anderer Wissenschaften, sowie mit Hilfe mancher Uederlieserungen kann eS uns gelingen, den Vor- Hang zu lüften und einen klaren Einblick in die edle und heilige Gedankenwelt unserer weisen Lehrer »u thun. Rur der oberflächliche Mensch wird lächeln und spötteln über die Geistesarmuth, die in den Worten der tälmudischen Erzählungen {u liegen scheint; der tiefer Blickende aber wird en Rlesengeist entdecken, der da mst weiser Vor« sicht schaltet und waltet. D. Red.