Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 55)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
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01 schlecht war vom Lernen nicht ausgeschlossen; es heißt vielmehr (5 B. SK. 31, 10 — 12): ״Je nach 7 Jahren im Erlaßjahre . . . lies diese Lehre vor ganz Israel... versammle das Volk, Männer, Frauen »nd Kinder .. Und so hielten eS auch die Propheten. Eie trugen an E abbat - und Fest - und NeumondStggen die Lehre vor einer Versammlung von Männern und Frauen vor. (Vgl. 2 V. Kön. 4, 2!) u. a. 0.); Auch die Rabbinen hielten Vorträge vor. Männern und Frauen. (Bgl. Jalk. Ech. 4. B. M. §. 7M), Wenn gleichwohl die Rabbinen da« Lorahstudium nur den Männern zur Pflicht machten, so meine» sie eben nur da» Stud-ium, da» tiefere Forscheu, das allerdings nicht Sache des Weideist; ja sie tadeln es, wenn Jemand seine Tochter zum Studium der Torah anhält (d. h. der mündlichen Lehre — תשבעיס —), weil Solches das Weib seiner Sphäre entrückt, ohne doch zum rechten Ziele zu führen; aber nimmermehr wollten sie di« Unkrnntniß des Weibein Religion befürworten. (Maim. Lalm. Torah 1, 13). — Während nun zum Lehren allen Befähigten, zum Lernen allen Begierigen der Weg offen stand, so galt in Betreff de- Lehrstoffes der Grundsatz der Lehrfreiheit in weitem Sinne. Es machten sich in allen Gegenständen theologischer Forschung die verschiedensten Ansichten neben einander geltrnd» und waren die Talmudtsten keineswegs so starr auf ihre Ansichten erpicht, wie manche Rabbinen mserer Zeit, die nicht nur für eine möglichst enggezogene Wir könnten noch 100 ©täte wenigstens ansühren, um nachzuweisen, wie sehr unsere Weisen bemüht waren, die Volksaufklärung zu befördern; allein wir wollen die Leser nicht ermüden und vermessen auf die Quellen im Talmud und Midrasch. \ D. Red.