Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 52)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
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48 pheten später als Lehrer in den Vordergrund traten. Die Prophetenjünger aber gehörten allen Stammen, Familien und BerusSarten an; keine äußere Schranke war gejogen, nur det Geist war es, der sie mehr oder minder zu Propheten befähigte. Als Saul unter der Prophetenschaar weissagte und einige aus dem Volke verwundert riefen: ״Ist auch Saul unter den Propheten?", antwartete Einer sehr vernünftig: ״Und wer ist denn ihr Vater?" (1 B. Sam. 10, 12) d. h. hängt doch die Weissagung nicht vom Stammbaum ab! — Und als nach den Propheten die Gelehrten eintraten, galt der Grundsatz: ״Stellet viele Schüler aus״ (Spr.d. Väter 1, 1); und weit entfernt sich in einen Orden von der Gesellschaft abzuschließen, strebten die Gelehrten dahin, daß sich möglichst viele ihnen anschlößen. So lautet der Spruch des Erbtheil der Gemeinde Jacobs." Das Judenthum hat ein Gesetz und ein Recht für Alle, für Priester und Nichtpriester. Sogar über den Hohepriester, lehren unsere Weisen, darf man zu Gericht sitzen (Synhedrin, 2, 1). Und ein Heide, welcher sich mit der göttlichen Lehre beschäftigt, wird dem Hohepriester gleichgeachtet (Palm, bat)., baba Kama, 38, a). Sogar bei der Auszählung derjenigen Männer, die die mündliche Lehre erhalten und fortgepflamt hatten, finden wir keineswegs die Priester vertreten. So heißt es wörtlich (Abotb 1, 1j. Mose empfing die Lehre am Sinai und überlieferte sie dem Josua, dieser den Peltesten, diese den Propheten und endlich den ״Männern der großen Versammlung." Daß die Priester gar kein vesitzthum haben dursten, beweist auch, daß ihnen keine große Macht eingeräunzt wurde. I« Judenthum airbt er nur eine Macht, die Macht der freien GesetzeSforschung, die Macht der Gelehrsamkeit. D. Red.