Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 50)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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46 t eine andere Religionsrichtnng, die das Wunder zu ihrem Ausgangspunkte nimmt, drückt sich Maimonides hier und im Folgenden: so ausführlich und so betonend aus, um im §. 3 zu erklären, warum ein falscher Prophet, sollte er auch Wunder verrichten, die von aller Welt geglaubt werden, uns nicht im Geringsten irre machen dürfe. — So wie es nun im Interesse des Wunders liegt, die Forschung zu verhindern, die Vernunft zu fangen und die Erkenntniß zu beschränken (denn das Wunder ist des blinden Glaubens liebstes Kind): so liegt eS im Interesse der Neljgion des Lichtes, die Forschung zu fördern, die Vernunft zu wecken und die Erkenntniß zu läutern und zu verbreiten^). — ES gab daher im Juden- Gottes mit Rücksicht ans die Nothwendigkeit der Umstände verrichtete. Die Wunder hatten nur momentan Werth und Bedeutung und sollten daber auch keine Beweiskraft für die Wahrhaftigkeit der Offenbarungslehre abgcben. Darum sagt Gott zu Mose: ״Und auch an dich werden sie für immer (לעולם) glauben", als Gegensatz zu dem früheren momentanen Glauben. D. Red. *) Das erste Offcnbarungswort am Sinai beschäftigt sich zwar nicht mit der Beweisführung über das Dasein Gottes und seiner Eigenschaften : aber der Glaube an Gott wird daselbst nicht in die Zwangsjacke des Gehorsams gesteckt (die Erkenntnis Gottes wird in der heiligen Schrift nirgends besohlen), sondern Israel wird auf bekannte Thatsachen der Erlösung ans Egypten aufmerksam gemacht, wodurch sich die ״Vorsehung" und die ״Barmherzigkeit" Gottes (die Grundlage des jüdischen Gesetzes) so glänzend manifestirte. Uebrigens sagt Mose ausdrücklich B. IV, ri, 8): ״Und ihr sollet beobachten und befolgen (hie Lehre); denn sie ist eure Weisheit und Vernunft vor den Augen der Völker, die diese Gesetze vernehmend, ausrufen