Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1866-01-01 · 1866 · p. Seite 42

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
Fünfter Jahrgang (1865/66)
Issue
1866
Date
1866-01-01
Page
Seite 42 (sequence 46)
Language
Hebrew
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3768355-7182390-7182481--0601-3769523
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

42 die Menschen im Frieden unter dem Weinstock und dem Feigenbäume sitzen und die Erde voll sein wird von der Erkenntniß Gottes, wie die Meere voll sind von Wasser. Das Buch Hiob weiht uns in die Geheimnisse,der Vorsehung und der göttlichen Gerechtigkeit ein. Die Prachtvolle» Bilder des Enthusiasten Elihu, die majestätische Gott-Erscheinung, sie fesseln auch unsere Phantasie noch, und wir folgen dem Dichter gern, wenn er unsere Einbildungskraft an ble_Ufer des Nils versetzt. Und darauf wird^uns das Lied der Lieder dargeboten, um unsere aufgeregten Sinne zu beschwichtigen(?); denn, wie auch Eichhorn richtig bemerkt, das Lied der Lieder folgt in den hebräischen Bibeln unmittelbar auf daS Buch Hiob, und Eichhorn glaubt darin die Absicht zu erkennen, den Kontrast, der zwischen beiden Dichtungen herrscht, recht hervortreten zu lassen. Hier entwickelt sich vor unseren Blicken ein Hirten - Drama mit seinen zauberischen Naturscenen-, der Schäfer und seine Schäferin, malen uns die Liebe mit allen ihren Freuden und Leiden: ״Ich beschwöre euch, o Töchter Jerusalems, bri den Hinbinnen und den Gazellen dieser Gefilde, erregt die Liebe nicht, weckt sie nicht, bevor es an der Zeit ist. Es ist die Gluth des Feuers, eine göttliche Flamme, welche nicht Wellen und Ströme würden verlöschen können I" Bald darauf finden wir den Schwanengesaug des hebräischen Volkes: ״Alles hat seine Zeit, und seine Zeit ist jedem Dinge unter dem Himmel angewiesen. Eitelkeit der Eitelkeiten, ruft der Prediger, Alles ist Eitelkeit I" Die ganze Bibel endlich ist eine große Epopöe, deren Helden Gott und sein Volk sind. ״Als Israel jung war, liebte ich es; aus Aegypten habe ich meinen Sohn berufen,׳' so spricht Gott durch den Mund des Propheten Hosea. Wir sehen diesen Sohn hcranioachsen; in de» Tagen des Glückes hat er seinen Vater nicht erkenneu

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.