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Jeschurun · 1866-01-01 · 1866 · p. Seite 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
Fünfter Jahrgang (1865/66)
Issue
1866
Date
1866-01-01
Page
Seite 41 (sequence 45)
Language
Hebrew
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41 Das zweite Moment, auf das ich Hinweisen will, ׳-ist, daß allein die biblische Poesie Empfindungen ansdrückt, die von den Menschen aller Länder und aller Zeiten verstanden werden können; sie allein darf auf Universalität Anspruch machen. Um die brahmanische Poesie vollständig zu verstehen, muß man ein Hindu sein: um alle Schönheiten Homer'S, Pindar's, Sophokles' zu empfinden, muß man sich mit dem hellenischen Geiste identificiren können. Um die biblische Poesie zu verstehen, braucht man nur Mensch zu sein. Wer die heilige Schrift mit wahrhaft humanen Einpfindungen liest, der wird auch mit Begeisterung dem Psalmisten in den lyrischen Ergüßen folgen, die sein Gott ihm eingestößt. Mit wahrhaftem Schrecken wird er auf die Worte jenes einfachen Hirten von Thekoa (Amos) hören, ״welcher Gott von der Höhe Zions erbrausen und sein Donnerwort von Jerusalem herschleudern läßt, so daß die Weiden der Hirten veröden und der Gipfel des Karmel vertrocknet, und er ausrust: Drei- und viermal Wehe über die Verbrechen von DamaScuS und Gaza, von Tyrus und Edom, von Amon und Moab, von Juda und Israeli" Ihr werdet mit dem greisen Jeremias weinen, wenn er auf den Trümmern von Jerusalem wünscht, daß sich sein Hanpt in Wasser und seine Augen in Thränenquellen verwandeln, um das Unglück seines VolkeS zu beweinen, für welches sein treues, von Liebe und Patriotismus erfülltes Herz noch in der Ferne einige Hoffnungsstrahlen leuchten läßt. Durch die Visionen eines Jesajas, eines Micha werden' wir in glitckliche Zeiten der Zukunft versetzt, wo der Bä^ und die junge Kuh, zusammen weiden, wo das Lamm an der Seite des Wolfes schlummern und der Säugling auf dem Neste der' Otter spielen werden, wo k

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