Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 43)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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39 Mischen beiden Linien eine gewisse Entfernung bleiben, die, so geringfügig sie auch werden kann, doch niemals gleich Null sein wird. Die Philosophie und das Absolute scheinen mir einige Aehnlichkeit mit diesen beiden Linien darzubieten. Die Philosophie ist zwar ohne Abschluß, aber nicht ohne Ziel; die großartige Arbeit des menschlichen Geistes, die wir in der Geschichte der Philosophie bewundern, hat den Zweck, sie dem Absoluten anzunähern, aber sie wird dasselbe niemals vollständig erreichen. Es wird zwischen dem Menschengeist und dem Absoluten stets eine Entfernung, wie gering sie auch sein möge, verbleiben, die wir durch eine Hypothese werden auSgleichen müssen. Und ist diese Hypothese etwas Anderer, als der Glaube?") Der Atheist durchhaut den Knoten, indem er das Absolute leugnet; Moses hat ihn gelöst, indem er sagte: Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Er hat dadurch nicht der Philosophie, sondern dem Pantheismus und dem Atheismus die Thür verschließen «ollem Dieser erste Vers der Bibel hat weder die Philo, die Avicebron, die MaimonideS in der Sy« ") Gewiß ist die ״Hypothese" viel geringer als der ״Glaube", da jene nur bedingten Werth hat, (wenn nämlich die Voraussetzung wahr ist, ist auch dann die These wahr, oder wenn die Annahme zur Erklärung gewisser Erscheinungen ganz ansreicht, so hat sie einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit), während ״Glaube" die unbedingteUeberzeuauug von einer Wahrheit ausdrückt. ,י (Vgl. Anm. 2). — Und in der That ist die heilige Schrift kein Handbuch der Philosophie. Das GotteSwort lehrt tue Wahrheit (:אמת חותמו של ר,סביו); das Philosophiren ist aber, wie ver Vers, richtrq ׳ sagt, nur ein Streben nach Wahrheit. D. Red.