Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 40)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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erregen. In einem Fragmente des Alcäos liest man: ״Jupiter lieb regnen", ganz so wie in der Bibel, wo ei heißt: ״Gott ließ regnen". In ähnlicher Weise sagt Horaz: ״Jam satis terris nivis, atque dirae grandinis miait pater“. Noch viele foldbe Beispiele ließen sich citiren. Hätte man nun nicht nach dem Allem das Recht, zu sagen, die Griechen und Römer seien Monotheisten gewesen und die Namen ihrer Gottheiten seien nichts als Attribute von Zeus oder Jupiter, wie diein der That in der Abhandlung ״über die Welt" gesagt wird, die man dem Aristoteles zuschreibt und die jedenfalls einen Heiden zum Verfasser hat? Aber nein, weder die Semiten noch die Jndo»Europäer waren Monothristen. Wenn es zwischen beiden Rapen eipen Unterschied giedt — und sicherlich giebt e» einen — so ist ei folgender: die Semiten, denen ei an Einbildungskraft gebricht, beteten nur das an, waihnen lebhaft in die Augen fiel und ihre Sinne in Anspruch nahm: die Sonne, den Mond, die Planeten, die Sternbilde! des Thierkreises rc. ^während die Jutw- Europäer die Einbildungskraft überall Gottheiten wahrnehmen ließ, in der irdischen Natur, wie am Firmament«; überall zeigten ihnen ihre Dichter die Spur eines Gottes. Mit Einem Worte, die Semiten waren Stern - Anbeter, wie man aus zahlreichen Stellen der Bibel sieht, die Indo- Europäer beteten die gesammte Natur an. Aber die Einen wie die Anderen vermengten die Kreatur mit Gott. Weder die Einey noch die Anderen konnten sich bis zu der Idee einer ersten, absoluten, einzigen, von der Welt unabhängigen, schöpferischen Ursache erheben. Das allein ist Monotheismus, und diesen Monotheismus finden wir lediglich bei den Hebräer». Wo habe» die Hebräer diesen MonothelsniuS geschöpft? Man hat nicht zu behaupten gewagt, daß sie