Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 39)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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< 85 Man hat auch noch gesagt, daß die Namen der semitischen Götter alle eine gewisse Oberherrschaft bezeichnen, wie Baal, der Gebieter; AdoniS, mein Herr; Moloch, der König u. s. w. Dabei hat man allerdings Ast arte, Derketo, Dagon, CamoS 2c. vergessen; doch das schadet nichts, geben wir die Oberherrschaft zu. Man hat daraus geschlossen, daß die Semiten ursprünglich wenigstens ein oberherrliches Wesen, einen einzigen Gott angebetet, der sich in der Folge durch die zufällige Berührung mit indo-europäischen Kulten gewissermaßen vervielfacht hat. Die semitischen Götter, hat man gesagt, sind, nichts durch sich selbst und repräsentiren nur die Attribute, die Eigenschaften des oberherrlichen GotteS, während die indo-europäischen Götter in ihrem eigenen Namen, nach ihrem eigenen Willen, mit ihren eigenen Kräften und aus eigener Bewegung handeln. Ich gestehe, daß ich diese Autonomie der indo-europäischcn Göller gesucht, aber nicht gefunden habe. Besitzen die Griechen nicht ihren ״ruhmvollsten, größten AeuS" die Römer nicht ihren Jupiter optimus msximuo d Die Kräfte und Phänomene der Natur, die großen historischen Ereignisse, werden sie nicht oft direkt auf ZeuS, auf Jupiter zurückgeführt? So z. B. im Anhänge der Jliade heißt es, nachdem vom Zorne de» Achilles die Rede war, welcher den Griechen unendliche- Unglück zuzog: ״Also ward ZeuS' Willen vollzogen". Gleichwohl sagt der Dichter unmittelbar darauf, daß es Apollo war, der den Streit zwischen Agamemnon und Achilles erregte. In der Odysee erzählt Ulysses, daß der Gott AeoluS ihm bei seiner Abreise einen Schlauch voll brausender Winde mitgegeben, wobei er bemerkt, daß es der Sohn des Kronos sei, welcher dem AeoluS die Herrschaft über die Winde anvertraut und ihm die Macht gegeben habe, sie nach seinem Willen zu beschwichtigen und zu!