Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 35)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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Mittelalters, niemals einen erträglichen Geschichtschreiber hervorgebracht haben. Ihre Historiker und Chronisten erzählen gleich den Kinoern. Ein Thucydides, ein Livius, ein TacituS würde in keiner der semitischen Sprachen möglich sein. Als die Araber sich einen eleganten Styl schaffen wollten, verfielen sie in daS Kindische und Geschmacklose. Wir finden bei ihnen Alliterationen, Affonanzen, Wortspiele und alle möglichen anderen Künsteleien, die wohl einen Augenblick das Ohr kitzeln, jedoch auf die Länge abgeschmackt und ermüdend werden. Gestatten Sie mir, Ihnen eine Vorstellung davon zu machen, indem ich Ihnen aus einer Uebersetzung, die ich früher von den Makamen des Hairiri ^u machen versuchte, einige Phrasen mittheile. (Der Redner citirte hier eine Stelle, worin der arabische Prediger eine Mahmmg an den Tod giebt, und zwar in ähnlichen Affonanzen und Alliterationen, wie wir sie aus der deutschen Uebersetzung von Friedrich Rückert kennen, und fuhr dann fort): Run denken Sie sich ein ganzes Geschichtswerk in diesem Style, wie z. B. das Leben Ttmur's von Hu-Arabschal Das ist natürlich ebenso abgeschmackt als ermüdend. Ich komme jetzt zu den H e b r Lerm—Ich weide Ne Augenblicke, die mir heute verbleiben, darauf verwenden, von ihrem^yonothelstischen Glauben und von der Poesie zu sprechen, olr-Ljsser Glaube erzeugt hat- Man hat in den letzten Jahren viel über den allgemeinen Charakter der Semiten geschrieben, und ich muß fast befürchten, etwa» Bekanntes zu wiederholen, wenn ich hier anführe, daß man die Armuth der Sprache mit der Armuth der Ideen, der Einbildungskraft und des Gefühls in Verbindung gebracht habe. Ich werde daher nicht wiederholen, was Andere über diesen Gegen׳ stand viel beffer geschrieben, als ich es zu sagen vermag.