Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Fünfter Jahrgang (1865/66)
- Issue
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 34)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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schiede» auch die Wurzeln in den beiden Sprachen-Familieii find, überall finden sich auf der einen Seite einsylbige und auf der anderen zweisylbige Wurzeln 9). Ich werde mich nicht bei dem aufhalten, was man die Armuth der semitischen Sprache genannt hat, denn dies würde ein Eingehen auf technische Details erfordern, die hier nicht am Orte fein würden. Wenn ich Armuth gesagt, so will ich damit nicht eine Armuth an Wurzeln unirWörtern gemeint haben, an denen z. B. das arabische Wörterbuch so reich als irgend ein anderes ist. Ich meinte vielmehr die Armuth an grammatischen Formen, der Declination und der Conjugation; ferner die absolute Unmöglichkeit, abstrakte Ideen auszudrücken'"), den gänzlichen oder fast gänzlichen^Mangel an zusammengesetzten Verben und Substantiven — und man weiß, wie groß in allen diesen Beziehungen der Neichthnm der iudoeuropäischen Sprachen ist. Endlich will ich anch noch der Einfachheit ihrer Syntax gedenken. Die semitischen^ Sprachen inkommodiren sich nicht mit lange» Perioden; die Sätze folgen einander ohne, sonderliche Kunst und ohne anderes Band, als das Bindewort und; ihre prosaische Diktion gleicht der Sprechart der Kinder. ES ist bemerkenswerth, daß die Araber z. B., selbst auf dem Höhepunkte ihrer Civilisation, zur Zeit des ») Diese bis jetzt allgemein verbreitete Ansicht hat in׳׳ jüngster Zeit eine Modifikation erfahren. Vgl- Prof. H. S t e in t h a l'S treffliches Werk: ״die Charakteristik der hauptsächlichen Typen des Sprachbaue-." D. Red. '•) Der Red. des Uen Oliaii. behauptet (1864, S. 726— 727) mit Recht, daß die zahlreichen Abstrakte der hebr. Sprache die Befähigung und Neigung der alten Hebräer zun! spekulativen Denken erhärte». D. Red.