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Jeschurun · 1864-01-01 · Heft 3-4. (1864) · p. Seite 75

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
Vierter Jahrgang (1864)
Issue
Heft 3-4. (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 75 (sequence 13)
Language
Hebrew
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75 allerdings ein menschliches Interesse nicht in den Vordergrund gestellt werden kann; allein dürfen wir eine Vermuthung wagen, so wollte der Gesetzgeber gerade durch diese Verordnung, nach welcher die Unterlassung der Reinigung mit den andern Aschamsünden in eine Kategone gestellt wird, die Wichtigkeit der Reinigung darstellen. — Die Rabbinnen erklären das Gesetz dahin, daß der im unreinen Zustand sich befindende Mensch ins Helligthum eintritt, oder vom Opfer etwas genießet; beides mußte höchst strafbar erscheinen, da die Reircheit mit zu jenen Prinzipien gehört, auf welchen der theokratische Staat beruht, und so mußte dies Vergehen in eine Kategorie mit dem Vergehen gegen Menschen gehören, welche, wie wir oben §. 23 gezeigt gewichtvoller als die Sünden gegen Gott sind. Das Ascham für dieses Vergehen wäre daher nicht auS der sachlichen Analogie der Sünde, sondem aus einer besonder« Absicht des Gesetzgebers über die Wichtigkeit der Reinheit herzuleiten. Betrachten wir nun alle diejenigen Fälle, wo Sühn- Opfer gebracht wurden, wobei aber kein eigentliches Vergehen zu Grunde liegt. Hierher gehören die Fälle §. 25 VII׳—XI und §. 26 VIII—X. Die gleichen Benennungen der Opfer in diesen Fällen, nämlich אעם und חטאת ver- «sachten von jeher eine Schwierigkeit für die AlterthumSforscher. ׳Man schloß von der Gleichheit der Namen auf die des Rituals der gewöhnlichen Sühnopfer und von dieser wiederum auf Tie Analogie der innern Natur derselben und so gerieth man in dir Schwierigkeit eine ronsequente Analogie zwischen den beide» Arten der Sühnopfer aufzusuchen, die zu verschiedensten und entgegengesetzten Meinungen verleiteten. In der Litern jüdischen Theologie gab man sich Mühe dem Aussatz, der Geb»rt u. s. w. ein Moment der vorangegangenen Sünde i» interponiren, um so die Darbringung von Sühnopfern

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