Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Jahrgang II. (1857/58)
- Issue
- Heft I. (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 22)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3768355-7156946-7182420--0084-3768707- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
20 Welt auch unerfchaffen zu lassen, brbaupfrn die Dogmatike! auf daS Nachdrücklichste. Die göttliche Lollkommenheit und Seligkeit sei keineswegs durch da» Dasein der Welt in ir. gend ettvaS bedingt, oder auch nur durch dieselbe irgend eineS Zuwachses fähig; vielmehr habe Gott die Welt nur je Folge eines freien und willkührliche» Entschlusses geschaffen Ebenso alS er sie geschaffen hat, hätte er die Erschaffung auij unterlassen können. ES heißt dieß ober nicht ander-, al» von Regen in dir Traufe gehen; da nach dieser Ansicht die Erschaff!!»! des Weltalls als eine bloße Sache der Willkükr Gotte«, ode mit andern Worten als ein Werk des Zufalls und der Saum dargestellt wird. ES würde uns zu weit führen der ganze! kritischen Prüfung der Hrgel'schen und Schellig'schcn Ansich bei Strauß, die ebenfalls dieses Problem nicht glücklich» gelöst haben, zu folgen, da wir uns gern mit dem Wort! deS Propheten beruhigen! denn so viel die Himmel höhe! sind als die Erde, so sind meine Wege höher denn eure We ge und meine Gedanken denn eure Gedanken. Jes. 55,9 Unter den jüdischen Religionsphilosophen hat R. Je Hub! da Modena, in seinem berüchtigen von Reggio heraus gegebenen Bechinath Hakabbala, die Unhailbarkeit de gewöhnlichen Erklärungsversuche gefühlt und zu einem neu en sonderbaren Probleme, dessen Quelle Reggio nirgend! gefunden zu haben gesteht, feine Zuflucht genommen, gi Jehuda da Modena hat aber wirklich als Eklektiker ei! heidnisches Philosophem mit der OffenbarungSlehre zu vcr einigen gesucht, wie wir gleich sehen werden. — Schon d! alten AoSmogenikN haben sich bemüht, den Zweck der Well schöpfunq aufzufinden und sie versuchten ein Mittelding zw! scheu Willkührlichkeit und Nothwendigheit aufzustellen. Gott Hs bei der Schöpfung einen Zweck realisirt,aber dennoch war er vo der Schöpfung der Allgenugsame und Absolute. AIS Zweck de Schöpfung wird angegeben, daß Gott daS Weltall zu sei ner Freude und Wonne inS Dasein gerufen hat. Denn scho! wie der Psalmist sagt: eS freuet sich der Ewige feiner Wer ke, vor der Schöpfung war Gott auch der Allgenugsame, Allselige und Absolute, »nd bloß zur Freude und Won» (waS daher nur ein accidentieller Zweck oder Nebenzweck ist obwohl der Zweck deS absoluten Wesens nur ein Absolute! sein kann) hat er daS Universum gebildet. — Diese freist«! wenig befriedigende Idee Modenaü finden wir bei den Grit chen und Indiern. Wir lassen der Deutlichkeit und Kür! wegen über die indische Mythologie folgende Stelle aui