Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Jahrgang II. (1857/58)
- Issue
- Heft I. (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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9 Product der der menschllchen eignen Reflexion (§. 5) oartn, welches, wir wiederholen es, darin bestand, daß der vtcnsch durch das Opfer seine Würde bekunden und den Willen ihrer Werth zu sein, nianifestlren wollte, so ist eS im so erklärlicher, daß Gott die Opfer verwarf, wenn sie eine bloße Werkheiligkcit und nicht die höhere, innere Heiligkeit der menschlichen Würde darstellcn sollten; in diesem Sinne haben wir die vielen Bibelstcllen zu berstehen, welche die Werthlosigkeit der gedankenlos dargebrachten Opfer anösprcchen sz. B. 1. Sam.!5, 22, Ps. 51, 17, 18; Prov. 15, 8, u. b. a.j, und diesen Sinn hat auch unsere Stelle, indem der 22. und der darauf folgende 23. Vers sagen wollen, daß Gott mit dem Gebot der Oper nur den Gehorsam in seinen Willen beabsichtigt; der Gehorsam gegen Gott, d. i., die Unterwersung unter seinen Willen, ist die eigentliche Würde deS Menschen, und er erringt grade dadurch den schönstcn Sieg im Kampfe des Lebens, wenn er freiwillig dem göttlichen Willen sich unterwirst. In diesem Sinne find Opfer, wie gesagt, allerdings entbehrlich; betrachten wir hingegen die gewöhnliche Erscheinung der menschlichen Natur, sehen wir diese im Kampfe zwischen Gcistigen! und Sinnlichem, dem Letzteren so häufig unterliegen, dann werden wir die Bedeutung, ja die Nothwcndigkeit der Opfer nicht in Abrede stellen; wir werden vielmehr einschen, wie ersprießlich das Opfer den gesunkenen Menschen erin- »ert, daß Wohl daö Thier, nicht aber der Mensch dem irdischeu Tode verfalle, und daß der geistige Tod gerade das Mittel ist, den Menschen zur Stufe deö ThicrcS herabzuziehen. Demnach haben die Opfer eine viel höhere Bedeuwng, alS die eincS bloßen Products deS Aberglaubens, und die im mosaischen CultuS sind keine bloße Modification deS allenthalben zu hen schädlichsten Irrthümmcrn ouögearteten OpfergcbrauchS, sondern sie sind nach gewissen PriucHiien, die dem theokratischen Staate zu Grunds