Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Jahrgang II. (1857/58)
- Issue
- Heft I. (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3768355-7156946-7182420--0069-3768692- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
5 Werthe, als ditlmehr eine bloße Ausschmückung deSjenigen Zweckes, der selbst nur eine relative Wichtigkeit hatte. Die letztere Ansicht findet beknantlich ihre Begründer in ChrhsoStomuS (bei Spencer a. a. O.), A b r a v a n e l (Vorrede zu Lev.) und mit besonderer Peäcision in M a i m o n i d e s (ausführlich in More Nebuchim Th. 3. Kap. 43). MoseS, meint er, wollte zwar den Opfergebrauch gänzlich Verdrängen, da dieser im Ganzen nur dem Aberglauben sein Entstehen verdankt; allein rS würde ihm ebenso wenig gelungen sein, als wenn er den Gebrauch deS BetenS aufheben, wollte. Beides wurzelt tief in der menschlichen Natur, und MoseS konnte daher höchstens eine dem monotheistischen Principe förderliche Modifikation deS allgemeinen OpfergebrauchS eintreten lassen. Zu diesem Behufe wählte MoseS daSjenige Material der Opfer, welches in dem CultuS anderer Völker, namentlich der Aeghpter, Inder und Zabier ausgeschlossen war, und so ist der mosaische CultuS nur eine Opposition deS HeidenthumS. (*9) WaS die maimonidische Ansicht über daS Opfermaterial betrifft, so werden wir später (§. 16) ihre Unzulänglichkeit darthun; hier sprechen wir über die Tendenz der Opfer selbst. Bekannt ist der Einwand, der gegen die Ansicht Maimuni'ö geinacht wird, daß die pa> O9) Die bekannte Midraschstelle (Raba Wajkra p. 190. c>. 'סל לגן «לן פנס לגי וכי» wird gewöhnlich im Sine Maiinuni'S aufgefaßt, als sollten die Opfer dl« Ab- Haltung vom Götzendienst bewirken; allein mit Recht weist Samuel Askrnasl in seinem Eommentar zum Mindrasch Jefe Toar (ed. WilmerSdorf p. 91) nach, daß jene Stelle nur den Grund für daS Verbot: außerhalb deS Tempel» zu opfern, nicht aher den der Opfer selbst angirbt; vergl. unt. Anm. •31.