Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1902-1903)
- Issue
- Heft 12 (März 1903)
- Date
- 1903-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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: Berlin. Die Vereinstätigkeit des V.J.St. Berlin bewegte sich imv vergangenen Wintersemester in den alten, bewährten Bahnen.. AJrL Dr. ßiram erteilte wieder den Fuchsenunterricht, indem er die gesamte jüdische Geschichte und die gegenwärtige soziale Lage der Juden behandelte; In dem für alle Aktiven obligatorischen Geschichtskursus sprach AJH. Dr. Z 1.0eisti über die Geschichte der deutschen Juden im 19. Jahrhundert. Geistige Anregungen boten weiterhin die alle Gebiete des Judentums be-; rührenden Vorträge, die regelmässig vor den Kneipen gehalten wurden. Ejs sprachen: Ali Dr. Biram: Die Organisation der jüdischen Wissenschaft. A.fi. Dr. Heinrich Loewe: Die Juden und ihre Sprachen. Herr Dr. Julius M o s e s : Das Handwerk unter den Juden. A.H. Dr. Eschelbacher: Die rechtliche Stellung der Juden im Mittelalter. Herr Davis Trietsch: Die jüdischen Emigrationsfragen. Herr Rosenbaum: Gibt es eine jüdische Kunst? Herr Albert Katz: Lord Byron und seine hebräischen Melodieen. Herr.Dr. Alfred N 03s ig: Das Wesen des Mosaismus. Bbdr. phil. Gotthold Weil: Der jüdische Arbeiterbund in Polen u. Russland. Herr Dr. S. Bernfeld: Babel und Bibel, im Lichte der historischen Kritik. -Bbdr. jur. E. Mayer: Die rechtliche Lage der Juden in Russland. Kürzere Referate hielten: Bbdr. Julius Cohn: Ueber jüdische Kunst. Bbdr. E h r 1 i c h: Ueber moderne Strömungen im Judentum. Bbdr. Jacobsohn : Ueber Hosea. Bbdr. Lachmann: Ueber die Psalmen.; Bbdr. Rosenzweig: Ueber Jehudah Halevy. Trotz des reichhaltigen wissenschaftlichen Teils der Vereinsabende blieb meist noch genügende Zeit' zu fidelen, feuchtfröhlichen Kneipen. — Besonders hervorzuheben ist von den geselligen Veranstaltungen das am 24. , Februar veranstaltete Winterfest, an dem sich ungefähr 500 Personen beteiligten (Siehe besonderen Bericht.). Die einflussreiche Stellung unseres Vereins in der Studentenschaft kam insbesondere bei den Lesehallenwahlen zum Ausdruck, bei denen, über 200 Stimmen für uns abgegeben wurden, so dass wir zwei Vertreter in das Direktorium entsenden konnten. Anlässlich der Wahlen beriefen wir eine öffentliche Versammlung jüdischer Akademiker, in der A.H. Dr. Oppenheimer über das Thema sprach: Der jüdische Student in der Gegenwart, Unsere Semesterschlusskneipe fand am 3. März statt und war namentlich" von unseren A.HA.H. zahlreich besucht. Bbdr. Meseritz hielt eine vortreffliche Tendenzrede. Auf dem Schlusskonvent wurden die Chargierten, des Wintersemesters entlastet, und für die Ferien wurden zu Chargierten gewählt: ehem. Jacobsohn, med. S a 1 i n g e r , jur. Meseritz. Bniefe sind an cand. jur. Hans Meseritz, Augiiststrasse 27; Kassenbeiträge an c'and. med. Fritz S a 1 i n g e r, Oranienstrasse 2, zu senden.' — Persönliches: Geburscht wurden: Meseritz, Lebowitz, H 0 f s t e i n , L a c h m a n n , Weiss, Wittkowski, Oppenheimer. Inaktiviert wurden: Moses, Juda, Piaczower, Zucker, •K ü t z ins k i, Peritz, Bucki Wegen Wechsel der Universität wurden beurlaubt: Perl'itz., jP e pH z , Pinczower, Salinger, Zucker, Mayer, Bucki, Bäsch witz, Wittkowski, Oppenheimer, Parness,' Des;;sler, Sc h 0 e ps, Aschner. Ihr Physikum haben bestanden: Leo Cohn, S.iegfr. B e r g maitrrV Fritz .S a 1 i n g e r. Zum A.H. ernannt: Dr. Arthur Pelz.