Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1902-1903)
- Issue
- Heft 12 (März 1903)
- Date
- 1903-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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H^^^^I^^^S^^^^^^^PM^^^^^^^ttK - * Breslau. In diesen Monaten /sprachen ah den einzelnen Veraristäl- ,tungen des Vereins die Bbr. Bbr'. Manasse, Weiss und von Aüssenstehehden -Herr Rab. Dr^eo^ßäck ap^Qpp,el% .--M a n a s e sprach, über das Projekt der :Grurrr21rTg einer jüdijScnVri libcnschule. An diesen Vortrag schioss, ^sich einevjege Debatte, in welcher Kulturfragen allgemeiner Natur erörtert wurden.. /Ebenso schioss sich auch an den Vortrag von Weiss „Die wirtschaftliche Lage der Juden ini?ussland" eine lebhafte Diskussion; in der die genauen statistischen Angaben des Vortragenden eine Bereicherung erfuhren. Ein Auszug dieses Vortrages wird in einer der nächsten .Nummern der Zeitung erscheinen. .Der Vortrag des Hern Dr. Bäck, mit dem wir vor die grössere Oeffentlichkeit traten, behandelte die. Entstehung des 'Christentums. Der Vortragende-wies in längeren fesselnden Ausführungennach, wie sich das Christentum als Abkömmling des Judentums entwickelt habe, wobei er die Ideen streifte, die die Entwickelung des Judentums bis zur Entstehung der Tochterreiigion bestimmt hatten. An diesen wie an alle Vorträge schioss sich eine feuchtfröhliche Kneipe. Am 25. Februar fand unsere Schlusskneipe statt, auf der wir eine grosse Zahl von Gästen begrüssen konnten. Die Tendenzrede, die mit" einem Salamander auf die Gäste schioss,- hielt Bbr. Weiss. Aus den Konventsbeschlüssen ist hervorzuheben: Lauf er und Wolf wurden in den J.C. aufgenommen. Die Adresse de,s ersten Ferienkbmmissars Kretschmer, cand. med., ist Sadowa'strasse 69 "-. .. Y.J.St. München. Mit Stolz kann der Münchener V.J.St. den VI. Semesterbericht der Oeffentlichkeit übergeben. Es dürfte wohl keine Ueberhebung sein, wenn er die Tätigkeit des verflossenen Semesters als in v jeder Weise arbeits- und segensreich bezeichnet. Nach zwiefacher Richtung hat,der Verein .seine Spannkraft entfaltet: einmal um eine innere Kräftigung durch echt jüdische Erziehung der Mitglieder herbeizuführen, andererseits aber auch, um als Ganzes sich eine angesehene und ehrenvolle Stellung, nach 1 aussen bin zu erwerben. * Die Erziehung und Weiterausbildung der Mitglieder wurde durch allwöchentliche Vorträge, deren Themata dem Gebiet der jüdischer! Geschichte und Litteratur entnommen waren, sowie durch den Geschichtskursus und den Fuxenunterricht gefördert. Es wurden folgende Vorträge gehalten; * Ahr28. 10. 02. Bbr. Weigert: Die Juden in der deutschen Kriminalistik. Am 4. 11. 02. Herr Dr. phil. T h. Leasing: Spinozas Theorie der Affekte. Am 11. 11. 02. Bbr. Gillis: Die Juden in England.*) Am 18. 11. 02. Bbr. Jakobson: Das jüdische Eherecht. Am 25. 11. 02. Bbr. Hertz: Referat über Leo Wiener: „Das Jüdisch-- ^Deutsche". Am 2. 12. 02. Bbr. S t a h 1: Bar-Kochba und seine Zeit. Am 9. 12. 02. Bbr. Block: Referat über Nahida Remys: „Das jüdische Weib." - - ' - Am 20. 1. 03. Bbr. Per Iis: Die jüdischen Ackerbaukölonieen. Am 29. 1. 03. Herr Rabbiner Dr. Ehrentreu: Das jüdische Haus. Am 3. 2. 03. J3br. Kürschner: Reformen im Judentum. Am 12. 2. 03. Herr Rabbiner Dr. Werner: Eine Wanderung, durch die jüdische Geschichte. Am 17j 2. 03. Bbr. Löwenstean: Hellenismus und Judentum. Fast aljie diese Vorträge gaben zum Teil zu äusserst .lebhaften und erregten Diskussionen Anlass, in denen unsere werten Herren Gäste und unsere Bbr. Bbr. Gelegenheit hatten, ihre Ansichten und Auffassungen zum Ausdruck zu bringen. Hand in Hand mit diesen belehrenden Vorträgen ging ein von Bbr.. *) Siehe „Der Jüdische Student"; No. 10, S. 170.