Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1902-1903)
- Issue
- Heft 12 (März 1903)
- Date
- 1903-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3537599-3553284-3553295--0201-3553484- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
'tth'iss. Hatte man* doch-nicht die ehrliche und grade Forderung an ändere richten können, das Judentum zu. achten, weil man es selbst :missäentete.- ' Der grösste Wandel, den die Anschauungen bei den Juden im fefeferf1 Jahrzehnt des neunzehnten Jahrhunderts erfahren haben, istr;der,r'^ässinan sich keiner anderen Sache mehr schämte, als dalss man'-saichge~' -schämthatte, Jude zu sein. Der Jude des zwanzigsten Jahrhunderts'wird1 hoffentlich diesen aus dorn Ghetto zurückgebliebenen Manger gänzlich verwinden. ' * f--^' Wenn bei allen Nationen stets die Studentenschaft mit ihrer grösser' Empfänglichkeit für alles Ideale es war, welche die neuen Ideeri zuerst in sich aufnahm und sie allmählich zu einem Gesathltgute;: ihres. Volkes«, werden iiqss, so wei:!chen wir auch darin nicht von dem ab, waa wir, Geländern Völkern beobachten. Denn unsere jüdische studentische Jugend: ist es, die sich mit Feuereifer dem Ideale altruistischen jüdischen -Selbst-, gefühls hingibt, das in echtem Idealismus an die Vergangenheit anknüpft,- um in engstem historiischen Zusammenhang mit unserer Geschichte. / dahin zu arbeiten, dass das Judentum auch eine Zukunft haben soll* die, sich, vor seiner ruhmreichsten Vergangenheit nicht zu schämen 'bra'uchL-,Dar,um.s kämfen wir, die wir den „Vereinen Jüdischer Studenten" angehören, mit Idealismus für unsere hart bedrängten Brüder, darum vertiefen, wiir. -uns. in die vIdeen unseres Stammes, lernen seine Litteratur, erbauen uns , an -seiner Geschichte und machen seine Geistesschätze, die nicht geringer sind als die irgend eines andern Kulturstammes, uns zu eigen.; Aber der, Ausgangspunkt ist und bleibt die Selbstachtung, die Achtung vor unserm Stamme, die Ehre dejs Judentums. Und auch die persönliche Selbst«? achtung kann durch diese Stellung nur gewinnen; denn die Ehre,, die: unserer Gesamtheit zuteil wird, berührt uns persönlich, ebenso wie,, der 'Schimpf, den man unserm Stamme anhängt, uns selbst beschimpft.;;Um unseres Stammes willen, um unserer selbst willen haben wir uns. von. der Feigheit freigemacht, die uns vom Ghettodruck aus noch anhaftete,, und, sind «elbstbewusste Juden geworden. Durch Selbstachtung zur Achkung^ durch Mut zur Ehre, durch Judentum zum Menschentum, durch Kampf zur Freiheit! H. L.\\. , Ein jüdischer Autobiograph. . ' (Schluss.) Nach langem Aufenthalt in Amsterdam geht es nun nach AlfönaJ Doch bleibt er unterwegs auf Zureden der Emdener vorläufig an demi-Ört seiner Jugendliebe. Auch Frau und Kinder, ein Sohn von 12, einer von 6 Jahren und ein Töchterchen, kommen Anfang Sommer 1729 dahin. Mitihm^ziehi Segen in die Stadt ein. Die Süsswasserfische, welche seit langem atfSgeblieben waren, kehren wieder. Die Geschäfte wurden besser. Emden^er-; , freut sich grosser Beliebtheit als Prediger. Als solchen bewundern: <ihh sogar L.eute, welche einst die Prager hohe Schule besucht hatten.- Die: