Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1902-1903)
- Issue
- Heft 11 (Februar 1903)
- Date
- 1903-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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194 Nr. 11. Bbdr. med. vet. Ehrlich: „Kritik der modern-jüdischen Bewegungen in Deutschland". Persönliches. Neu aufgenommen: jur. G. Schöps. — Zum A. II. ernannt: Ingenieur Max Heck er. — Ihr medizinisches Staatsexamen haben bestanden: Dr. Georg Cohn, z. Zt. Colmar (Preussen), Dr. Albert Pelz, Breslau, Gellhornstr. 3. Breslau. Im vergangenen Monat hatte der Verein einen schönen Erfolg zu verzeichnen, nämlich die Wahl eines Vertreters des V. J. St. in den Vorstand der Breslauer Ortsgruppe des Vereins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Als unseren Vertreter hatten wir S t e i n i t z aufgestellt. — Einen ausserordentlich anregenden Vortrag hielt Bor. Schindler über das Thema „Die Juden in London". Im Anschluss an Zangwills „Kinder des Ghetto*4 schilderte er in anschaulicher Weise die Typen der armen Judenbevölkerung im Osten Londons und erläuterte an der Hand von statistischem Material ihre Verhältnisse. Persönliches. Lemcheii wurde zum A. H. ernannt. Der Berliner Inaktive Pelz, Gellhornstr. 3, bestand sein ärztliches Staatsexamen mit dem Gesamtprädikate „gut'4. München. Die Reihe der Vorträge setzte am 20. Januar Bbr. P e r 1 i s fort, und zwar gab er uns ein klares Bild von den „Jüdischen Ackerbaukolonaen", wie sie in den verschiedenen. Ländern versucht worden waren, und wie sie ausser in Palästina von so wenig Erfolg begleitet waren. In der daran anschliessenden Diskussion beteiligte sich besonders Bbr. Brief, der an der Hand statistischer Angaben über die jüdischen Kolonnen in Palästina auf die Unzulänglichkeit der bisherigen Kolonisationsversuche hinwiess. — Am 29. Januar sprach vor zahlreich erschienenem Publikum Herr Rabbiner Dr. Ehrentreu über „Das jüdische Haus, eine archäologische Studie/' Da dieser Vortrag uns allen sehr viel Neues brachte und auch weitere Kreise interessieren dürfte, so wird ein ausführliches Referat in den nächsten Nummern des Jüd. Studenten erscheinen. Bei der dem Vortrage sich anschliessenden Kneipe konnten wir auch den A. H. des Berliner V. J. St. Referendar Arthur Abrahamsohn (X) in unserer Mitte begrüssen. — Am 3. Februar sollte Herr Rabbiner Dr. Werner einen Vortrag bei uns halten: da er plötzlich erkrankte, sprang Bbr. Ki r s c h n e r, unser zukünftiger Rabbiner für ihn ein, indem er einen Vortrag über: „Reformbestrebungen >im Judentum" hielt. Die Ausführungen des Redners, der sich für einen Anhänger der Reformbewegung erklärte, fanden bei Gästen und Bbr. Bbr. lebhaften Widerspruch. In der Diskussion wurde die Reform ebenso aus religiösen, wie aus nationalen Gründen heftig bekämpft. — Das innere Vereinsleben wurde durch die Geschichtsvorträge des Bbrs. Dr. Kahn und durch die Fuxenstunde Bbr. S i c h e 1 s sehr angeregt. Dr. Kahn sprach im Anschluss an seine Vorträge im vergangenen Semester, welche die Zeit von Mendelssohn bis zur Emanzipation behandelten, in diesem Semester über die neueste Zeit. Bbr. Sicheis Fuxenunterricht ging weit über das hinaus, was sonst hier den Füxen geboten wurde, besonders seine Vorträge über Rasse und Nation waren geeignet, in allen Hörern das Interesse an diesen Fragen, die für uns Juden so wichtig sind, zu wecken. — Am 12. Februar sprach bei uns Herr Rabbiner Dr. Werner über: Eine Wanderung durch die jüdische Geschichte. In 1%stündigem Vortrage liess er die Höhepunkte der