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Der jüdische Student · 1903-02-01 · Heft 11 (Februar 1903) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 11 (Februar 1903)
Date
1903-02-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Nr. 11. 195. jüdischen Geschichte an unserm geistigen Auge vorüberziiehen. Reicher Beifall lohnte die Ausführungen des Redners, an die sich eine angeregte Diskussion knüpfte. Zum ersten mal konnten wir bei unsern Vorträgen unter den zahlreich erschienenen Gästen auch einige Damen begrüssen. Unsere Bibliothek, deren Ausbau wir jetzt grosse Sorgfalt zuwenden, erfuhr durch gütige Spenden eine Bereicherung. Herr Rabbiner Dr. Werner schenkte uns mehrere für den Geschichtsunterricht wertvolle Werke, Herr Siegmund Frankel: „Populär-wissenschaftliche Vorträge", herausgegeben von J. Gossel; unser Hospitant cand. iur. Jonas die Bernfeldsche Bibel; an dieser Stelle sei ihnen nochmals bestens gedankt. Persönliches: cand. iur. S. Jonas, z. Z. Bonn a. Rhein, der uns im vorigen Semester stets ein lieber Gast war, wurde zum Hospitanten ernannt.. Zu der am 3. März stattfindenden Schlusskneipe gestattet sich der V. J. St. München seine 1. Brudervereine geziemend einzuladen. — Charlottenburg. Nach Schluss der Weühnachtsferien nahmen wir unsere Vereimstätigkeit am Montag, den 19. Januar d. J. wieder auf, indem Bbr. Jacobi einen Vortrag hielt über das Thema „Sozialismus und Juden tum". Der Vortragende wies zunächst auf die bekannte Tatsache hin, dass den Juden ein starkes soziales Empfinden innewohne. Die älteste jüdische Gesetzgebung zeige dies ebenso wie die modernen Erscheinungen von Marx und Lassalle und der gegenwärtig lebenden jüdischen Führer der Sozialdemokratie. Darauf behandelte Redner die Frage, welchen Einfluss die wachsende Macht des sozialistischen Gedankens auf die Gestaltung der Judenfrage hätte und kam zu dem Ergebnis, dass der Sozialismus als wirtschaftliche Bewegung nur sehr geringe Bedeutung für die Lösung der Judenfrage habe, deren Ursache in einer ungeheuren Rassenantipathie zu suchen ist. Daraus entspringe für die Juden die Notwendigkeit, selbst einen Weg zur Lösung der Judenfrage zu suchen, und als solcher sei nach seiner persönlichen Ueberzeugung der von den Zionisten vorgeschlagene der einzig würdige und mögliche. Am Montag, dem 26. Januar sprach Bbr. Rinette über das erste und zweite Makkahäerbuch. Der Vortrag war auf die neuesten Ergebnisse der historischen Forschung gestützt und behandelte den Gegenstand von den verschiedensten kritischen Gesichtspunkten aus. Am Montag, dem 2. Februar beteiligte sich der Verein offiziell an dem zehnjährigen Stiftungsfest des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens". P e r s o n a l i a. Neu aufgenommen wurden: ing. T r e u h e r z, rer. techn. L ö w e, beide aus Berlin. Unser lieber Inaktiver Max Hecker bestand am 28. Januar das Examen als Diplom-Ingenieur an der Abteilung für Bauingenieurwesen. Der Verein begrüsst in ihm seinen ersten ordentlichen A. H. Ferner können wir allen Bbrn. die freudige Mitteilung machen, dass sich unser lieber Inaktiver Jancu Grünberg mit Frl. Rebeca Rosenf e 1 d verlobt hat. Wir sprechen dem Paar unseren herzlichsten Glückwunsch aus.

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