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Der jüdische Student · 1903-02-01 · Heft 11 (Februar 1903) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 11 (Februar 1903)
Date
1903-02-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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190. Nr. 11. Hutes, ein veränderter Bart etc., markierten den W echsel in der Person. Natürlich fielen dabei auch einige Szenen des Dramas, die Personen kamen und gingen auf die rätselhafteste Weise, und der Titel blieb bis nach Schluss unmotiviert. Von -der Handlung ist also wenig zu berichten. Die Darsteller fanden stürmischen Beifall, besonders der „Täte" und das „Herscheie"; letzteres wurde von einer weit über dem Niveau der übrigen stehenden Schauspielerin mit auffallend feinen Zügen gespielt. Einmal ging sie im Eifer zu weit an die Rampe vor; da warnte sie ihr Partner mitten im Dialog mit den Worten: „Geb Acht, du west fall'n/' Ein anderer trug nachher ein Gedicht von Rosenfeld vor; mitten drin wusste er nicht weiter, zog kaltblütig den Text aus der Tasche und sagte: „Ich hob' vergessen." — Also, die Aufführung war grenzenlos, rührend primitiv. Eine tragische Stelle hätte überall zu Lachtränen gerührt. Und woher der Beifall, warum klatschten wir, warum lachten wir nicht? Sind wir feine „Kultur"-menschen denn fähig, unsere Ansprüche auf einen Nullpunkt herabzudrücken? — Nein, es war etwas ganz anderes. Unsere Brüder da oben spielten kein Stück, sondern sich selbst und uns. Dieses Heimatsehnen,' diese Zionslieder, dieses jüdische Leben, das alles sind wir, und sich selbst verlacht man nicht. „Un dos is mein Unglick, dass ich bin a Jid." Wir wissen, dass sie nicht zum Scherzen aufgelegt sind, und doch tun sie es: man muss doch für morgen Brot haben! Das fühlen wir alle unbewusst, wir sahen die Tränen hinter diesen Seherzen, wir fühlten die grausame Tragik des Lebens und deshalb haben wir nicht gelacht. — Gestern Abend sah ich Gorkis „Nachtasyl". Dort wurden VerstOssene gespielt, hier spielten Verstossene unbewusst si:h selbst. Hier tat ich einea besseren Blick in die „Tiefen des Lebens.4, Dort sagt der gute alte Luka: Der Mensch muss irgendwo einen Ort haben, wo er zuhause ist. — — ..... „M eschiachszeiten!" Veda und B. J. C, Präsidialverein. Die Zugehörigkeit der „Veda" in Würz bürg zum B. J.. C, im den sie durch den letzten Kartelltag aufgenommen wurde, hat ein rasches Ende gefunden. Der Präsidial verein erhielt folgende» Brief der Veda: „Würzburg, den 29. I. 1903. An einen sehr verehrl. derzeitigen Präsidialverein des B. J. C. Unsern Gruss zuvor! Unterfertigte Korporation sieht sich zu ihrem Bedauern genötigt, ihren Austritt aus' dem B. J. C. zu erklären. Sie begründet diesen Schritt mit einem Irrtum über die Tendenz des B. J. C. Aus der Ablehnung des von unserm Vertreter im Auftrage unserer Korporation auf dem Kartelltage gestellten Antrages, in unzweideutiger Form das rasse-jüdische Prinzip in den Statuten als dasjenige des B. J. C. hervortreten zu lassen, ersehen wir, dass der B. J. C. auf national-jüdischem Boden steht. — Unser Irrtum war sehr verzeihlich 1) insofern, als die Delegierten des B. J. C. mit dem ganz allgemeinüblichen Terminus „national" zu bezeichnen; 2) insofern, als unis von diesen mitgeteilt wurde, dass auch für ausschliesslich konfessionell-jüdische Studenten im B. J. C. Platz sei; in diesem

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