Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1902-1903)
- Issue
- Heft 11 (Februar 1903)
- Date
- 1903-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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- Emden 1× ep/1044505
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Nr. IL 189. Wertheimer, ohne ihn zu kennen, ihn reich zu machen sich vornimmt. Doch ^Wertheimer stirbt bald darauf, und das Famüiantentum in Mähren, die drückenden Massregeln der Regierung, geben ihm in Rücksicht auf die Zukunft seiner Kinder den Vorsatz ein, nach seinem Geburtsort Altona zurückzukehren. Die Scheu vor dem Wiener Klerus, vor Zwischenfällen bei Prozessionen und deren Folgen, überwiegt auch seinen Wunsch, Wien zu sehen, obwohl er einmal ganz dicht dabei war. Von den Wienern hat er auch gegen seinen Grundsatz ein Geldgeschenk angenommen. Er brauchte das Geld zur Uebersiedelung nach Deutschland. Zunächst redst er in Geschäften nach Amsterdam. Er kommt nacft Diesden und wird zu allgemeinem Staunen von dem sonst so stolzen Joiia Dresden freundlich aufgenommen. In Hannover trifft er den Prager O.R. welcher zur Vermählung einer Enkelin mit dem Sohne des Hildesheimer Rabbiners Elia Oppenheim dorthin gereist war. Ohne Aufenthalt kommt Emden nun nach Amsterdam. Seine Wraren waren entwertet, seine Wolle and Ziegenhaare ein Raub der Motten geworden. Die Amsterdamer Juden hatten sich einem anderen Handel zugewandt. Ein neues Diamantenland war erschlossen worden. Portugiesische Seeleute brachten prächtige Steine nach Amsterdam und verkauften sie zunächst den dortigen Juden, in deren Händen vornehmlich das Juweliergeschäft lag. Vor allem kam das Haus des Rüben Salmon Norden auf diese Weise zu unermesslichem Reichtum. Auch andere Amsterdamer Juden haben hierbei viel Geld verdient. Von guten Freunden trefflich bewirtet, hat Emden Müsse, diese Vorgänge in der Nähe zu beobachten. Rührend ist es, zu lesen, wie er nun daran geht, sich europäische Bildung zu erwerben. Ganz im Geheimen lernt er, der Dreissigjähr.ige, von einem Schulkinde Lesen und Schreibern und mit Feuereifer wirft er sich nun auf alle nur möglichen Wissensgebiete, vor allem auf die medizinische Lektüre. Hierzu bewog ihn schon sein fast beständig leidender Zustand. Zum Getränk hatte er aus Gesundheitsrücksichten bisher Thee gewählt. Nun entdeckte er mit einem Mal, dass sich dadurch sein Blut verwässert hat, und so versucht er denn verschiedene Kuren. (Schluss .folgt.) Bei jüdischen Schauspielern. E. M. Berlin, 27. Januar. Sie kamen irgend woher aus Galizien und gehen ins East-end von London- Aus einem Ghetto ins andere. — — In einem kalten, ungemütlichen Saal im Berliner Judenviertel spielten sie- — wenigstens hiess es so — Goldfadens „Meschiachszeiten". Als Einleitung wurde vom Kapellmeister im Walzertakt die Ouvertüre zu Titus gespielt. Die Aufführung selbst steht jenseits aller Kritik. Die vierzehn Rollen des Stücks wurden von fünf Personen exekutiert; eine Mütze statt.eines-