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Der jüdische Student · 1903-01-01 · Heft 10 (Januar 1903) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 10 (Januar 1903)
Date
1903-01-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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Nr. 10. ners, der in unserem Geiste, im Geiste aller selbstbewussten und wahrhaft jüdischen Studenten gesprochen, die die Fahne des Judentums allzeit hochzuhalten entschlossen sind. An dies äusserst lehrreiche Referat schloss sich eine lebhafte Diskussion, an der sich auch die zahlreich erschienenen Gäste beteiligten. Persönliches. Unser lieber Vereins- und Bundesbruder Referendar Richard Mayer, V.J.St A.H. hat sich mit Fräulein Emma Mayer verlobt. Wir gratulieren ihm aufs allerherzlichste. Breslau. Da wir in diesem Jahre von einer grösseren Feier unseres Stiftungsfestes Abstand genommen haben, veranstalteten wir am 13. Dezember ein Kränzchen, zu dem nur die Bundesschwestern und die engsten Freunde des Vereins geladen waren. Bei der Kneipe sprach Prof. Badt in warmen Worten von unseren Bestrebungen. Das Fest verlief nach allgemeinem Urteil ausgezeichnet und wir haben dadurch von neuem unsere Beziehungen zu den Breslauer Familien fester geknüpft. — Bei der Kürze der Zeit konnte nur ein Vortrag gehalten werden, und zwar sprach Bbr. Wermuth über Rathenaus „Höre Israel", woran sich eine lebhafte Diskussion knüpfte. — Da nunmehr eine genügende Anzahl von A.H.A.H. zur Gründung eines A.H.B, vorhanden sind, so dürften wir demnächst einen eigenen A.H.B. haben. — Ferner beschloss der Verein, sich an der Subskription für den Jüdischen Verlag zu beteiligen. München. Die Reihe unserer Vorträge setzte am 25. November Bbr. Hertz fort, der ein ausführliches Referat über „das Jüdisch-deutsche" nach Leo Wiener hielt, das eine höchst angeregte Debatte hervorrief. Am 2. Dez. sprach ßbr. Stahl über „Bar-Kochba und seine Zeit", wobei Redner besonders die bestehenden Meinungen über die Absicht Bar-Kochbas hervorhob und eine Ehrenrettung versuchte. Am Dienstag, den 9. Dezember, hielt in unserem Verein Bbr. Curt Block einen hochinteressanten Vortrag über „das jüdische Weib". Den Spuren Nahida Remys folgend, jener zum Judentum übergetretenen Gattin von Professor Moritz Lazarus, zeigte der Vortragende in geistvoller Weise, dass das Weib im Vergleiche zur Stellung bei anderen Nationen des Altertums beim jüdischen Volke stets eine geachtete Stellung einnahm und bewies das durch zahlreiche Bibel- und Talmudstellen, die von einer grossen Fürsorge für das jüdische Weib zeugten. Er führte dann an unserem geistigen Auge die grosse Reihe der biblischen Frauengestalten vorbei und zeigte an ihnen die charakteristischen Fehler und Vorzüge des jüdischen Weibes. Nachdem er noch die berühmtesten jüdischen Frauen der Welt- und Kulturgeschichte als interessante Typen und Individualitäten geschildert hatte, kam Vortragender auf das jüdische Weib der Neuzeit zu sprechen, das.. er in seiner inneren Haltlosigkeit, in seinem Indifferentismus und in seiner krankhaften, modernen Assimilationssucht in scharfen Worten geisselte Mit einem warm gehaltenen Appell, es möge das moderne jüdische Weib sich wieder den Vorbildern unserer Stammmütter nähern, schloss der Redner seine von nationaler Begeisterung getragenen Ausführungen und mit dem Wunsche, dass so das jüdische Weib in echt jüdischem Sinne auf seine Familie einwirke, besonders aber seine Kinder in jüdischem Geiste erziehe, auf dass uns ein neues auf sein Judentum stolzes Geschlecht erblühe. An der äusserst regen Diskussion beteiligten sich namentlich der in der Frauenbewegung sehr bekannte Schriftsteller Dr. Th. Lessing, Herr Siegmund Frenchel und Herr Dr. Neuhaus neben den als Gästen anwesenden Studenten und unseren Bbr. Bbr.

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