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Der jüdische Student · 1903-01-01 · Heft 10 (Januar 1903) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 10 (Januar 1903)
Date
1903-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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167. Zufall auf zwei Seiten verteilt, sind sie schon lange eins in ihrer Strebungen und Wünschen, der Assimilation um jeden Preis,, wenn wir von den wenigen Ausnahmen absehen. Und so wenig ich gegen die gesunde Grundidee der Finkenschaft einzuwenden habe* so energisch habe ich von jeher grade als Finke dagegen protestiert, dass jüdische und nichtjüdische Mitglieder der Finkenvon der jüdischen Majorität der aktiven Finken die bewusste und gewollte Assimilation hineingetragen wird. Herr Hase tut seiner Sache keinen guten Dienst, wenn e~ sich — vielleicht in ehrlicher Ueberzeugung — zum Apostel der Assimiiierung der Assimilationswilligen macht, denn er vergisst dabei, dass der wirkliche völlige innerliche Uebergang aus dem jüdischen ins deutsche Volkstum genau so gut etwas Seltenes, ja ich möchte sagen Pathologisches ist, wie es selten und pathologisch ist, wenn ein Arier, sagen wir aus Begeisterung für zionistische Ideale, in die jüdische Gemeinschaft aufgenommen sein will Das eigentümliche Symptom, dass in diese alle Anschauungen umfassende Idee der Finkenschaft schart gegen die jüdische Sache stehen, verdient unsere volle Beachtung; aber während der grössere Teü der arischen Finken seit dem vorigen Jahr seine Stellung offen kundgeian hat, hat sich die jüdische rinkenschaft durch die nicht ganz reinlichen Vorgänge dieses Jahres um den Ruf der politischen Makellosigkeit gebracht. Die Finkenschaft segelt unter falscher Flagge. Wir werden das unsere dazu tun, dass ihr das nicht so schnell vergessen wird. Elias Auerbach. Konzentration, Der Schwache kann nur bestehen, wenn er seine Kräfte zusammen- *asst, und auch der Starke muss unterliegen, wenn er sie zersplittert. Das Judentum erscheint heute als schwach, und manches ist auch schwach, nicht weil ihm die Kräfte fehlen, sondern weil es die, die es hat. nicht rech+ ^ereitfigen kann. wer auf indischem Oebiet arbeitet, betrachtet dies als ein Unglück */id gäbe sind. Aber trotzdem sind sie falsch, denn sie übersehen einet Sicht mehr seine Angehörigen zu grossen Zielen verbinden; was uns ver knüpft, Religion und jüdisches Gefühl, wird immer weniger, und an diese Schwindsucht muss es zu Grunde gehen. Das sind Meinungen, die ga*4 Vüß. mancher blickt darum trübselig in die Zukunft. Das Judentum kam wesentlichen Faktor der Entwickelung, sie suchen im Schosse des Juden-, tums dde Ursache für den Verfall, während die Krankheit von aussen het künstlich, bei uns eingeschleppt wurde; denn der Staat hat im 19. Jahrhundert viel getan, dem Judentum das Leben, und namentlich ein kraftvolles Leben, schwer und schwerer zu machen.

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