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Der jüdische Student · 1902-12-01 · Heft 9 (Dezember 1902) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 9 (Dezember 1902)
Date
1902-12-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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138 No 9. Werk vollbracht haben würde, das dem Hannibal im Verein mit Hasdrubal und Mago misslungen ist. Ist doch grossartiger als von Hamilkar, wie Theodor Mommsen sagt, wohl niemals der grossartige Kampf gegen das Schicksal geführt worden. Es wäre vermessen, wollte ich mich in weiteren Ausführungen über den grossen Mann ergehen, wo ihm doch der Meister der Geschichtsschreibung ein ewiges Denkmal gesetzt hat. Doch mag es gestattet sein, wenigstens die zusammenfassenden Worte des Meisters selbst über unseren Melden hierher zu setzen. „So genötigt von der lauen und feilen Menge die Erlaubnis, sie zu retten, zu erbetteln oder zu erkaufen, genötigt dem Uebermute der Verhassten seines Volkes, der stets von ihm Besiegten, durch Demut und Schweigsamkeit die unentbehrliche.Gnadenfrist abzudingen, genötigt den verachteten Vaterlandsverrätern, die sich die Herren seiner Stadt nannten, mit seinen Plänen seine Verachtung zu bergen — so stand der hohe Mann, mit wenigen gleichgesinnten Freunden zwischen den Feinden von aussen und den Feinden von innen, auf die Unentschlossenheit der einen und der anderen bauend, zugleich beide täuschend und beiden trotzend, um nur erst die Mittel, Geld und Soldaten zu gewinnen zum Kampfe gegen ein Land, das, selbst wenn das Heer schlagfertig dastand, mit. diesem zu erreichen schwierig, zu überwinden kaum möglich schien. Er war noch ein junger Mann, wenig hinaus über die dreissig, aber er schien zu ahnen, als er sich anschickte zu seinem Zuge, dass es ihm nicht vergönnt sein werde, das Ziel seiner Arbeit zu erreichen und das Land der Erfüllung anders als von weitem zu schauen. Seinen neunjährigen Sohn Hannibal hiess er, da er Karthago verliess, am Altar-des höchsten Gottes dem römischen Namen ewigen Hass schwören, und zog ihn und die jüngeren Söhne, Hasdrubal und Mago, die „Löwenbrut", wie er sie nannte, im Feldlager auf als die Erben seiner Entwürfe, seines Genies und seines Hasses." Der Moment, in dem Hamilkar seinem Knaben Hannibal den Schwur abnahm, dieser Moment voll weltgeschichtlicher Bedeutung und grandiosester Poesie, er ist am meisten bezeichnend für den Charakter des Helden, für seine glühende Liebe zu seinem Volke wie für seine glühende Liebe zu seinem Sohne, den er zum Retter dieses Volkes ausersah. Und dieser gewaltige Moment fordert auch am meisten zu einem Vergleiche Hamilkars mit dem Vater der Heldenfamilie der Makkabäer, mit Mattathias, heraus. „In jenen Tagen", so beginnt das zweite Kapitel des ersten Makkabäerbuches, „machte sich auf Mattathias, Sohn des Joannes, Sohnes des Symeon, ein Priester von den Söhnen Joarib aus Jerusalem, und liess sich nieder in Mcdeim." Es folgen dann mit Namen die fünf Söhne des Mattathias und dann die Worte, die er an sie richtete: „Weh mir, warum wurde ich dazu geboren, zu sehen die Vernichtung meines Volkes und die Vernichtung der heiligen Stadt, und dort zu wohnen, da sie gegeben ist in die Hände der Feinde, und das Heiligtum in die

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