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Der jüdische Student · 1902-12-01 · Heft 9 (Dezember 1902) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 9 (Dezember 1902)
Date
1902-12-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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No 9. 137 die Freiheit des karthagischen Volkes, und zwar in einer Weise, dass alle anderen Teilnehmer am Kampfe gegen sie an Bedeutung zurücktreten. Denn auch der einzige Mitfeldherr der Barkiden, Hasdrubal, Qisgos Sohn, hat doch nicht wie Hasdrubal Barkas und Mago dem Hannibal in Italien Hilfe zu bringen versucht und daher auch nicht die Römer in so grosse Gefahr gebracht wie diese. Ist nun aber die Befreiung des jüdischen Volkes von der Syrerherrschaft nicht auch das Werk aller Mitglieder einer einzigen Familie und stehen nicht auch erst recht alle anderen Juden, die sich an ihren Kämpfen beteiligten, weit hinter ihnen an Bedeutsamkeit zurück? Wie aber die Barkiden nicht nur gegen äussere, sondern auch gegen innere Feinde, welche die äusseren unterstützten, zu kämpfen hatten, so auch die Makkabäer. Hier besteht allerdings insofern ein grosser Unterschied, als die Macht beider Arten von Feinden der Juden nicht entfernt so gross als die der äusseren und inneren Feinde Karthagos gewesen ist. Denn während Juda und seine Brüder im Judenlande selbst nur eine Anzahl den Fremden sich willig anschliessender und assimilierender Volksgenossen, die aber keine zu grosse Macht besassen, (wenn dieselben auch an den in Palästina wohnenden Griechen noch eine Unterstützung fanden) zu bezwingen hatten, stand dem Hamilkar Barkas und seinen Söhnen eine in verräterischen Verbindungen mit den Landesfeinden stehende Geldaristokratie, die zugleich die Vaterstadt beherrschte, gegenüber, und während die Makkabäer sich nur der Heere eines nicht im Volke wurzelnden morschen Diadochenstaates zu erwehren hatten, haben die Barkas zur Rettung ihres Volkes den Versuch wagen müssen, das bei weitem kriegstüchtigste und mächtigste Volk ihrer Zeit zu überwältigen. Vor allem hat Hamilkar selbst gegen unendliche Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Aus Söldnern und Zwangsrekruten der den Karthagern nur widerwillig dienenden Libyer musste er sich, ohne dass ihm der Staat Gelder gab, selbst ein kriegsgewohntes Heer schaffen, um damit später das römische Bürgerheer zu bezwingen, und doch durften diesen Zweck weder die Römer noch ihre Freunde in Karthago gewahr werden. Das karthagische Volk aber, das er retten wollte und das von der verrotteten Aristokratie durch ein unseliges Bestechungssystem gleichfalls verdorben worden war, musste er wieder durch Geldsendungen bei guter Laune erhalten. Und doch hat er trotz all dieser Schwierigkeiten und Widerwärtigkeiten nicht nur einen grossen Teil Spaniens erobert, sondern zugleich eine so vortreffliche Verwaltung in den eroberten Landesteilen eingerichtet, dass er dort noch lange nach seinem Tode dem allererbittcrsten Karthagerfeinde Cato der Ausruf abzwang, kein König verdiene neben Hamilkar Parkas genannt zu werden. Und man darf auch wohl annehmen, dass, wenn Hamilkar nicht zu früh den Heldentod gestorben wäre, er im Verein mit Hannibal das grosse

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