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Der jüdische Student · 1902-08-01 · Heft 5 (August 1902) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 5 (August 1902)
Date
1902-08-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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77. werden sollten. Wegen der Kürze des S.-S. konnten nur drei selbständige Essays zur Verlesung kommen: Leo Cohn, Autobiographisches bei Moses 1 less; H o f s t e i n , Hess Stellung zur Reform; Zucker, Hess' theoretische Begründung des Sozialismus und deren Beziehung zu seinem zionistischen Hauptwerk. Die übrigen Vorträge stehen noch aus: Stellung der Reform zum jüdischen Nationalgedanken (E. Rosenkranz). Stellung der orthodoxen Theoretiker zum jüdischen Nationalgedanken (Moses). Die Damaskusaffäre in ihrer Einwirkung auf die Judenheit (Baschwitz). Die Stellung des vormarxistischen Sozialismus zur Frage der Nationalität und Internationalität Perlitz und Jacobsohn). Hess' -,Rom und Jerusalem im Urteil seiner Zeitgenossen a) bei den Juden (Grün), b) bei den Christen (Meseritz;. Gesichichte des Kolonisationsgedankens (Lachmann). — Die Seminarübungen sollen auch im kommenden Winter fortgesetzt werden und wir hoffen, dass sie für die Ausbildung unserer Mitglieder von dauerndem Werte sein werden. Die Vorträge wurden fast ausschliesslich von Mitgliedern gehalten, sie hatten meist wichtige Erscheinungen der neueren jüdischen Litteratur und brennende Fragen im Judentum zum Gegenstand. Es sprachen. I. Herr Dr. A. Nossig: „Ueber jüdische Statistik". 2. A.H. Dr. >T h. Zlocisti: „Ueber die Methode selbständiger Arbeiten auf dem Gebiet der jüdischen Geschichte" (als Einleitung in seine historischen Uebungen). 8. A.H. Dr. M. Eschelbacher: ,,l)er Judenstaat" von Th. Herzl. L Derselbe: „Die Rechtsverhältnisse der Juden in den deutsch-östreichisehen Ländern" von Scherer. 5. Vbr. Holz: „Antisemitismus und Straf rech tspflege". H. Vbr. Emil Kohn: „Die wissenschaftliche Begründung des Zionismus durch Matthias Acher." 7. Vbr. Rosenkranz: „Die jüdische Moderne" von M. Acher. 8. Vbr. Eugen Zlocisti: „Zur Charakterisierung der Reformbewegungen".!). Vbr. Jakobsohn: „Kmancipation der Juden am Ende des 18. Jahrhundeits". (Auf Grund von Friedländers „Sen•"schreiben" und der Antworten hierauf.) An die Vorträge schlosss sich nieist eine ausgedehnte, angeregte Debatte. Neben diese theoretische Weiterbildung trat in diesem Semester zum ersten Mal der Versuch, die Mitglieder auch in die thätige Mitarbeit an den modernen jüdischen Institutionen einzuführen. So beteiligte sich eine grössere Anzahl an den Arbeiten des von Herrn Dr. Nossig begründeten Vereins für jüdische Statistik, andere hielten Vorträge in den Fortbildungskursen, die der Deutsch-israelitische Gemeindebund für die Insassen der Arbeiterkolonie Weissensee eingerichtet hat. Freilich konnten wir dieses praktische Eingreifen ins jüdische Leben vorerst noch nicht soweit ausdehnen, wie wir gern gewünscht hätten; Verhandlungen, die wir mit einem grossen jüdischen Verein angeknüpft haben, um den Vbr. Gelegenheit zur Mitarbeit dort zu geben, haben nicht zum Ziele geführt, und auch der zuerst in Aussicht genommenen Teilnahme an der Armenpflege haben sich Schwierigkeiten entgegengestellt, doch hoffen wir, auch diese Hindernisse zu überwinden und so dem V.J.St.er die Möglichkeit zu geben, nicht nur aus Vorträgen und Büchern, sondern auch aus eigener, unmittelbarer Anschauung das Leben des modernen Judentums kennen zu lernen. — Es wurde wie immer, fleissig und regelmässig geturnt. Das Turnen leitete Vbr. Jul. Cohn. Die Tätigkeit des J.C. nahm in diesem Semester zum guten Teil die Durchberatung der neuen Statuten in Anspruch. Kine zweigliedrige Kommission hatte einen Entwurf hergestellt, der auf der Grundlage der Protokollbücher sowie unter Berücksichtigung sämtlicher Konventsbeschlüsse sowie der von den Einzelnen gemachten Erfahrungen die Grundrichtungen festsetzte, in denen s'.ch das Vroinsleben bewegen soll, und dieser Kntwurf wurde im wesentlichen angenommen. Wir konnten uns in der Hauptsache darauf beschränken, die bisherigen Grundsätze zu übernehmen, nur selten ergab sich die Notwendigkeit von Aenderungen oder Anlass zu Neuerungen. Als neu sei namentlich hervorgehoben, dass in Zukunft Konventsbeschlüsse vun prinzipieller Wichtigkeit dem A.H.B, zur Begutachtung vorgelegt werden sollen. Wir hoffen dadurch, das Band zwischen A.H.B, und Verein noch enger als bisher zu knüpfen und gleichzeitig die Gewähr für eine gewisse Stetigkeit der Vereinsentwickelung zu schaffen. Die Geselligkeit im Verein gestaltete sich sehr befriedigend, zu ihrer Be-

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