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Der jüdische Student · 1902-08-01 · Heft 5 (August 1902) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 5 (August 1902)
Date
1902-08-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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78. No. 5. lebung trügen namentlich auch die Familienabende in Treptow bei, an denen auch Freunde des Vereins mit ihren Angehörigen sich zahlreich beteiligten. Mit dem äusseren Wachstum des Vereins dürfen wir zufrieden sein, da 10 Füchse sich aktiv meldeten. Von Hochschulen und Universitäten. Anlässlich der kläglichen Haltung der jüdischen „Finken" auf der Weimarer Pfingsttagung haben auch die im Kartelikonvent vereinigten jüdischen Verbindungen es für nötig befunden, gegen Dombrowsky und seine Gesinnungsgenossen zu protestieren. Dieser Protest ist in den Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus gedruckt und hat folgenden Wortlaut: Bonn, 14. Juli. ,,Die unterzeichneten Verbindungen im K. C: St. II. V. Viadrinae-Breslau, Badenia-Heidelberg, Sprevia-Berlin, Licaria-München, Friburgia-Freaburg, Rheno-Silesia-Bonn, Thuringia-Breslau, protestieren hiermit aufs energischste gegen die anlässlich des 3. Kongresses der „freien Studentenschaft" zu Weimar gehaltenen Reden der Herren: Dombrowsky und Salomonsky, soweit sie die jüdische Studentenschaft betreffen. Wir protestieren gegen die Erklärung des Herrn Dombrowsky, dass er im Namen der gesamten jüdischen Studentenschaft spreche und bestreiten ihm unsererseits, die wir einen ansehnlichen Teil der jüdischen Studentenschaft repräsentieren, jedes Recht dazu. Wir protestieren aufs schärfste gegen die von Herrn Salomonsky gebrauchte Aeusserung, dass die jüdischen Kommilitonen den christlichen nicht gleichwertig seien. Wir protestieren gegen die vom Herrn Dombrowsky gebrauchten Worte, dass die jüdischen Kommilitonen mit Freuden bereit seien2 ihr Judentum zu Gunsten des deutsch-nationalen Gedankens und im Vertrauen auf das verständnisvolle Entgegenkommen der arischen Kommilitonen aufzugeben. Wir protestieren endlich gegen die Aeusserung, der jüdische Student sei erst Jude und dann Deutscher. Demgegenüber betonen wir, dass in unserer Tendenz treue Pflege des deutschnationalen Gedankens mit unentwegtem Festhalten am Judentum vereint ist." Die im K. C. vereinigten Verbindungen halten es für notwendig, in ihrem Protest ihre deutschnationale Gesinnung zu betonen. Das heisst hier den Teufel mit Beelzebub austreiben. Für den deutschnationalen Gedanken hat ja Herr Dombrowsky genug geeifert. Man wehre sich da, wo man getroffen wird. Hier genügte es, das treue Festhalten am Judentum hervorzuheben; die Berufung auf die deutsch-nationale Tendenz des K. G. war an dieser Stelle ebenso schief wie überflüssig. Berlin. Eine zionistische Studentenverbindung ist unter dem Namen ..Freie Verbindung Hasmonaea" an der Universität Berlin gegründet worden. Zweck der Verbindung ist, die Idee des Zionismus zu fördern, seine Mitglieder zum Studium der jüdischen Sprache, Geschichte und Litteratur zu veranlassen und neben Pflege der Geselligkeit für die körperliche Ausbildung seiner Mitglieder Sorge zu tragen. Im Sommmersemester hatte die Verbindung bereits einen jüdischen Geschichtskurs eingeführt, welchen Herr cand. phil. Eugen Täubler in hervorragender Weise leitete. Im Wintersemester werden hebräische Sprachkurse folgen, an denen sich Nichtmitglieder der Verbindung beteiligen werden. Das Abzeichen der Verbindung ist der goldene Davidsstern auf schwarzem Grunde. Chargierte waren im Sommersemester die Herren cand. phil. Egon Rosenberg X, cand. jur. Wilhelm Philippstein XX, stud. ehem. Oskar Treidel XXX. Die Ferienkommission besteht aus den Herren cand. med. Elias Auerbach und Dr. E. Leszynsky.

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