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Der jüdische Student · 1902-08-01 · Heft 5 (August 1902) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 5 (August 1902)
Date
1902-08-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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73. In Würzburg traten im Jahre 1895 mehrere Studenten zu einer geselligen Tafelrunde zusammen. Im Jahre 1896 bildete sich aus dieser Tafelrunde die akademisch -wissenschaftliche Vereinigung „V e d a", die in der ersten Zeit auch Christen aufnahm, späterhin aber aus Juden sich zusammensetzte. Zweck dieser Vereinigung war, neben der Pflege der Geselligkeit die 'Mitglieder durch Vorträge allgemein wissenschaftlichen Inhalts zu bilden. — Anfang Juli d. J. teilte der in Würzburg wohnhafte und z. Z. dort .studierende J.A. des Münchener V.J.St. Lebermann seinem Verein mit, die Würzburger akademische Vereinigung „Veda" habe beschlossen, V.J.St. zu werden und dem ß.J.C. beizutreten, und möchte gern durch ihn mit dem Münchner V.J.St. in Verhandlungen treten. Der letztere beschloss, erst einen direkten Anliag der „Veda" abzuwarten, worauf dann ein Brief der ,,Veda" einlief, indem sie ihre Absicht, in den B.J.C. einzutreten, aussprach, und um die Cehersendung mehrerer Bevollmächtigten behufs näherer Verhandlungen bat. Nun benachrichtigte der V.J.St. München den derzeitigen Präsidialverein des B.J.C. Breslau sowie die übrigen Kartellvereine, und bat sie, dass ihm die Führung der Verhandlungen anvertraut werde. Nachdem deren zustimmende Antworten eingelaufen waren, wurden vom V.J.St. München die Bbdr. Lebermann, Mayer und Schweitzer zu Bevollmächtigten bestimmt. Am 29. Juli fanden dann die Verhandlungen zwischen den Bevollmächtigten des B.J.C. und denen der „Veda" zu Würzburg statt. Zu Beginn der Verhandlungen präzisierten die Bevollmächtigten des B.J.C. ihre Aufgabe dahin, dass sie wohl befugt seien, mit der „Veda" einen Vertrag abzuschliessen, dass aber die formelle Aufnahme des neuen V.J.St. erst auf dem nächsten Kartelltag stattfinden könne. Nachdem der Vorsitzende des Ausschusses der „Veda", Hechtspraktikant Bettmann, in kurzen Zügen einen Ueberhlick über die Geschichte der „Veda" gegeben und die Gründe zum Anschluss an den B.J.C. mitgeteilt hat (ein einzelstehender Verein an einer kleinen l'niversität bedarf der Konkurrenz anderer jüdischer Vereine gegenüber einen Bückhalt an anderen befreundeten Verbindungen, die ihn im Notfall mit Leuten unterstützen können), legte Bbdr. Mayer an der Hand des „Auszuges aus den Kartellstatuten" die Tendenzen des B.J.C. dar. Nach langen Verhandlungen, über die weiter unten noch eingehender berichtet werden soll, kam es schliesslich zu folgendem Vertrag, der von beiden Parteien unterzeichnet wurde: Protokoll ü her di e Verhandlungen des „Bu n d e s J ü d i s ch e r C o r p or i\ { i o n e n" mit der akademischen Gesellschaft „Veda" zu W ü r z b u r g v o m 29. Juli \\){<2. Auf Grund der zwischen den Bevollmächtigten des B.J.C. und der bevollmächtigten Kommission der akademischen Gesellschaft „Veda" am 29. Juni gepflogenen Verhandlungen schliesst sich die genannte akademische Gesellschalt „Vtda" dem Kartell „Bund Jüdischer Corporationen" ß.J.C' unter folgenden Bedingungen an: T. Name des Vereins ist „V e r e i n Jüdischer Studenten V e d a" („V.J.St. Veda"; im B.J.C. 2. Der ..V.J.St. Veda" führt die Farben vveiss-rot-grün in Bier- und Wein-

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