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Der jüdische Student · 1902-07-01 · Heft 4 (Juli 1902) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 4 (Juli 1902)
Date
1902-07-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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No. 4. Unter dem Titel „Die Götterdämmerung" bringt der Jevvish Exponent folgende Mitteilung: Es wird berichtet, dass der jüngst in Russland abgehaltene Medizinische Kongress eine Resolution gefasst hat, man solle die Abschaffung der Gesetze fordern, welche den Juden den Eintritt in die russischen Schulen und Universitäten beeinträchtigen oder verwehren. Dieser Vorschlag hat wenig Aussicht auf Verwirklichung, wenn der jetzt im Unterrichtsministerium herrschende Geist als Wegweiser in die Zukunft gelten darf. Gerüchte laufen um, dass in der nächsten Zukunft Juden weder in die Elementarnoch in die Mittelschulen/, oder Universitäten aufgenommen werden sollen. Aus verschiedenen Anzeichen ist zu entnehmen, dass diese Beschlüsse bald Tatsachen sein dürften. Ein offizieller Bericht über die Unruhen an der Charkower Universität schreibt diese kurzerhand den jüdischen Studenten zu, obgleich bekannt ist, dass höchstens nur 15 bis 20 von ihnen daran teilgenommen haben, und dass sich kein einziger unter den Führern der Unruhen befunden hat. — Ferner soll der Unterrichtsminister, General Wannowski, zu einer Gruppe christlicher Studenten, welche von ihm die Abschaffung der die jüdische Universitätsjugend betreffenden Einschränkungsgesetze verlangten, geäussert haben: „Ich allein kann diese Entscheidung nicht treffen; sie müsste der ganzen Regierung anheim gesteilt werden. Nebenbei bemerkt, Sie werden, wenn Sie ein wenig mehr Lebenserfahrung bekommen, diese Einschränkungen billigen!" — Der Senator Mieschtschaninow, ein Kollege des Generals Wannowski, soll sich in einer noch judenfeindlicheren Weise geäussert haben: ,,Verlangen Sie denn etwa, dass die Juden in die Universitäten und Hochschulen eindringen sollen?" Moskau. Wie der Moskauer ,»Courier" meldet, wurde die Aufnahme von Juden in die Universität Moskau in diesem Jahre gänzlich eingestellt. Dabei sei erwähnt, dass auch das Gymnasium in Wilna die Gesuche jüdischer Schüler um Aufnahme zurückgewiesen hat. Charlottenburg. Der Verein „Jvria" der national-jüdischen Studenten aus Rumänien hat ein sehr ereignisreiches Semester hinter sich, worüber uns der folgende Semesterbericht vorliegt: Die Sitzungen fanden regelmässig jede Woche statt und waren von vielen Gästen besucht, namentlich von Mitgliedern des ,,V. J. St.", der „Hasmonaea" und der „Romania". — Folgende Vorträge wurden im Sommer-Semester gehalten: Bundesbruder Wechsler: „Ueber die Lage der Juden in Rumänien". Herr L. Sternlicht (vom V. J. St.-C): „Die jüdischdeutsche Bühne". Herr cand. phil. Eugen Täubler: „Mommsen und die Juden". Herr cand. theol. Arthur Meyrowitz: „Neuhebräische Litteratur". Bundesbruder Jancu Grünberg: „Morris Rosenfeld's Gedichte". Bundesbruder Moise Grünberg: „Die Juden in China". Bundesbruder Jancu Grünberg: „Doktor K. Lippe". Herr Dr. AI red Klee: „Die rumänischen Juden und der Zionismus". Ausserdem wurde vom Vorsitzenden in den Fuchsenstunden die Geographie Palästinas vorgetragen. Viele Vereinsmitglieder beteiligten sich ferner an den Arbeiten der akademischen Untergruppe der Berliner zionistischen Vereinigung. Am 5. Juli schloss der Verein mit den zionistischen Studentenvereinen „Unitas". Freiberg i. Sa., „Societe zioniste des E'tudiants" (Antwerpen) und „Erez-Israel" (Wien) das „Kartell der Vereine nationaljüdischer Studenten aus Rumänien". — Der Vorstand bestand aus : cand. ehem. Jancu Grünberg, Präses, cand. ing. Mathias Wechsler, Vizepräses, cand. ing. A. Rosenfeld, Schriftführer, cand. ing. Moise Grünberg, Kassierer, cand. techn. Alex. Hornstieg, Turnwart. Auf dem Schlusskonvente (11. Juli) erklärte sich der Verein mit dem Baseler zionistischen Programm einverstanden und beschloss, mit all seiner Kraft an der Ausführung desselben mitzuarbeiten. Die Chargiertenwahl für das Winter-Semester ergab folgendes Resultat: cand. ing. M. Wechsler, Präses, stud. techn. D. Carniol, Vizepräses, stud. ehem. E. Gold, Schriftführer, stud. ehem. Osias Pollinger, Kassierer, cand. techn. A. Hornstein, Turnwart. Während der Ferien sind sämtliche Zuschriften an den Verein an cand. techn. Alex. Hornstein, Goethestrasse 87 Q. I., Charlottenburg, zu adressieren. Freiberg i. Sachsen. Am o. 6. und 7. Juli fand zu Freiber,g der 1. Kartelltag des „Karsteils der Vereine national-jüdischer Studenten

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