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Der jüdische Student · 1902-06-01 · Heft 3 (Juni 1902) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 3 (Juni 1902)
Date
1902-06-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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No. 3. 45. Endlich ist es auch für die Wissenschaft von nicht geringem Interesse, eine Statistik des Volkes zu besitzen, deren Ahnen die Zeitgenossen der Chaldäer, Aegypter und Griechen gewesen und die noch heute biotische Sonderheiten aufweisen. Wenn trotz der Bedeutung einer jüdischen Statistik bisher so wenig gethao. worden ist, so liegt der Grund davon einerseits in den mannigfachen Verfolgungen der Juden und andererseits in dem mangelnden Verständnis für den Wert einer solchen Arbeit. Wir finden wohl hie und da Anfänge von Arbeiten, doch konnten diese grösstenteils infolge mangelnder Unterstützung nicht weitergeführt werden. Auch der Vortragende unternahm es vor etwa 17 Jahren, eine Statistik des jüdischen Volkes anzufertigen. Jedoch fand nur der erste Teil seiner Arbeit, der eine Zusammenstellung des Thatsachenmaterials bietet, die Unterstützung weiterer Kreise, während der zweite Teil, der die Folgerungen &us den gegebenen Thatsachen zog, ungedruckt blieb, da man sich vor der nun einmal notwendigen Konsequenz seiner Konsequenzen scheute. Verfasser wies darin nach, dass die antijüdische Bewegung um so grösser ist, je mehr Juden sich in einem Lande befinden. Die Juden besitzen jedoch nach statistischen Feststellungen fast überall eine grössere Vitalität als ihre Umgebung. Daraus ergiebt sich unmittelbar, dass den Juden in Zukunft schwere Zeiten bevorstehen, wenn sie nicht rechtzeitig für die Schaffung einer Zufluchtsstätte, für ein eigenes Heim Fürsorge treffen. Eine Statistik» die allen Anforderungen entspräche, kann jedoch unmöglich das Werk eines einzelnen sein, sie erfordert vielmehr das Zusammenarbeiten des ganzen jüdischen Volkes. In jedem Lande müssten statistische Bureaus eingerichtet werden, die, unter einem Zentralbureau stehend, nach gemeinsamen Prinzipien die Arbeit ausführen. Bevor jedoch die Organisation dieses Werkes durchgeführt ist, lässfc sich auch von einem kleinen Kreise eine, wenn auch nur provisorische so doch immerhin wertvolle Statistik herstellen. Zu diesem Zwecke ist die Bildung eines statistischen Bureaus im Entstehen begriffen, an dem sich alle gebildeten Juden beteiligen mögen, und zu dessen Mitarbeit der Vortragende die Mitglieder des Vereins und die zahlreich erschienenen Gäste aufforderte. V. J. St. Breslau. Wir konnten im Mai, abgesehen von der Antrittskneipe, über deren Verlauf schon kurz berichtet wurde, nur eine Kneipe abhalten. Auf dieser hielt Bbdr. Koenigsberger ein ausführliches Referat, in dem er die Vorgänge im jüdischen Leben während der letzten Monate einer eingehenden Besprechung unterzog. — Während der Pfingstferien fanden 2 gemütliche Abende statt; auch Fuxenimterriclit wurde erteilt. — Wie im vorigen Semester, so hat sich auch diesmal Herr Dr. Behrendt freundlichst bereit erklärt, einen Geschichtskursus abzuhalten, der die Zeit der Entstehung behandeln wird. — Die Inaktiven Baer und Schaefer haben ihr zahnärztliches Staatsexamen, letzterer „summa cum laude" bestanden. Schaefer hat sich zur Fortsetzung seiner Studien nach Leipzig begeben und wohnt dort Zeitzer- Strasse 2. V. JL St. München. Die Chargiertenwahlen ergaben med. Schweitzer X> med. Samuel XX> med. Spier XXXaufgenommen wurden: med. Liebmann, med. dent. Gillis, ehem. Weigert, jur. Oppenheimer, Aron, Löwenstein, Witkowsky, Jacobson. Von Berlin kam A. Kutzinski. — Vbr. Krämer hielt einen zu lebhaften Diskussionen führenden Vortrag. Der Verein nahm offiziell an dem jungjüdischen Abend statt, den einige zionistische Studenten veranstaltet hatten^

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