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Der jüdische Student · 1902-06-01 · Heft 3 (Juni 1902) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 3 (Juni 1902)
Date
1902-06-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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44. No. 3. zu wiederholten Malen die zu unbescheiden angetragene Anbiederung der Antisemiten höflich aber entschieden verbeten. Auch hat er die deutsche Nation ganz entschieden gegen die Zumutung in Schutz genommen, sich mit den Antisemiten identifiziren zu lassen. Vereinsnachrichten (Aus dem B. J. C.) Mitteilungen des A. H. B. Am Dienstag, dem 1. Juli findet in dem Lokal des V. .]. St., Linienstr. No. 155, der ordentliche A. H. C. statt. Die Berliner A H. A. H. werden dringend aufgefordert, auf demselben zu erscheinen, da ausser der Neuwahl des Vorsitzenden sehr wichtige Statutenänderungen auf der Tagesordnung stehen. Es schliesst sich an die Sitzung ein geselliges Zusammensein auf der Kneipe des V. J. St. an. Es ergehen noch besondere Einladungen. Die A. H. A. H, besonders die auswärtigen, werden dringend aufgefordert, den Semesterbeitrag in Höhe von 3 Mark, sowie restierende Beiträge, an den Vorsitzenden des A. H. B; Herrn Dr. med. R. Hantke, Arzt, Oranienstr. 101, einzusenden. V. J. St. Berlin. Am 6. Mai hatten wir unsere Antrittskneipe gemeinsam mit dem V. J. St. Charlottenburg, die von anwesenden Gästen besucht war und zur allgemeinen Zufriedenheit verlief. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich Herr Prof. Dr. Kalischer, Herr Rabbiner Dr. M. Hildesheimer, Herr Dr. Bernfeld, Herr Rektor Meseritz, Herr Rabbiner Dr. "Wohlberg und die Vertreter der jüdisch-nationalen Vereine „Ivria" und „Bar-Kochba". Nach dem Kaiser - Salamander nahm das Officium seinen üblichen Verlauf. Bbr. Rosenkranz hielt eine begeisternde Tendenzrede, die mit einem Salamander auf die Gäste schloss, Bbr. Max Berlowitz-Charlottenburg, sprach auf den B. J. C. Im Laufe des Abends meldeten sich 6 Gäste aktiv. — Am 13. Mai hielt Dr. Alfred Nossig einen Vortrag über „Jüdische Statistik". Im Anschluss an diesen Vortrag erklärte sich eine Anzahl der Vbdr. bereit, an der von Nossig geplanten Statistik nach Kräften mitzuarbeiten. — A. H. Dr. Th. Zlocisti, der im vergangenen "Winter-Semester den Geschichtskursus abgehalten hat, wird in diesem Semester die Leitung von selbständigen historischen Uebungen übernehmen, an denen sich eine Reihe von Vereinsbrüdern beteiligt, und die sich als nächstes Ziel die Behandlung der Persönlichkeit von Moses Hess gesetzt haben. Unsere Aktivitas hat sich bis jetzt um 9 Füchse vermehrt: med. S. Lebowitz, jur, Meseritz, med dent. Berendt, med. Scham es, med. Hoffstein, med. Lachmann, med. Heinrich, jur. Cronheim, jur. Springer. V. J. St. Berlin. Am 13. Mai hielt Herr Dr. Alfred Nossig einen Vortrag über „jüdische Statistik". Redner führte etwa folgendes aus: Seit ungefähr 20 Jahren bahnt sich eine Renaissance des jüdischen Volkes an. Aufgerüttelt durch die furchtbaren Verfolgungen im Osten, erstand in den Juden wieder ihr Volksbewusstsein; es erwachte in ihnen die Stammesneugierde und zugleich machte sich das Bedürfnis nach einer Statistik der gesamten Judenheit fühlbar. Man wollte sehen, ob wir wirklich das sind, wofür uns unsere Gegner ausgaben. Eine Statistik könnte jedoch nicht nur idealen, sondern auch praktischen Zwecken dienlich sein; denn nur an der Hand einer eingehenden Statistik ist eine zweckmässige Hilfsaktion für das jüdische Volk möglich und nur auf dieser Grundlage lässt sich für Juden und Nichtjuden eine endgiltige Lösung der Judenfrage herbeifähren, die nachgerade zu einer Weltfrage geworden ist*

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