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Der jüdische Student · 1902-05-01 · Heft 2 (Mai 1902) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 2 (Mai 1902)
Date
1902-05-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Ko. 2. a. Hier muss auch die Hilfe einsetzen; aber wie? Die planlose Auswanderung nützt nichts, das sehen wir zu unserem Schmerze Tag für Tag. Der Jude schleppt seine eigene Verfolgung von Land zu Land, bald flammt es hier, bald da gegen ihn auf.-- Für uns jüdische Studenten aber, die wir die Kraft und den Willen zur Arbeit für unser gequältes Volk haben, ist die erste Frage: Was können wir augenblicklich thun? Unsere Aufgabe ist es, die leitenden- Gedanken einer Abhilfe zur Geltung zu bringen. Die Linderung auch nur des augenblicklichen Unglücks erfordert die Organisation aller jüdischen Kräfte. Eine solche aber kann nur erwachsen aus dem Gefühl der Solidarität aller Juden. Dieses Gefühl zu wecken und zu klarem Bewusstsein zu entwickeln, sei unsere Arbeit. Wir können keine materiellen Mittel hergeben. Aber wir geben mehr; wir geben uns selbst und unsere beste Kraft dem Judentume. * * * Katechismus der Judenfrage. In Frage und Antwort wollen wir im Folgenden eine Reihe von Problemen kurz erörtern, die man gewöhnlich unter dem Namen Judenfrage zusammenzufassen gewöhnt ist. Wir haben von vornherein gar nicht die Absicht, etwas auch nur annähernd Erschöpfendes zu geben. Auch sind wir uns sehr wohl bewusst, dass die Judenfrage nicht ein einfaches Problem ist,, sondern dass sie sich aus unendlich vielen Momenten zusammensetzt, die zum Teil von uns gar nicht behandelt werden können. Aber wir wollen in systematischer Folge eine Reihe von Hauptpunkten aus dem Problemenkomplex herausgreifen, und in einfacher und volkstümlicher Weise zur Darstellung bringen. Wir wollen dadurch die Anregung geben, sich in jüdischen Studentenkreisen mehr mit allgemeinen jüdischen Fragen zu beschäftigen. Dagegen liegt es nicht in unserer Absicht, das Ziel des V. J. St. im Besondern hier zu erörtern. Vielmehr trägt der Verfasser dieser Artikelreihe ganz allein die Veranwortung für ihren Inhalt. Dagegen dürfte seine Darstellung vielleicht zu leb-

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