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Der jüdische Student · 1902-04-01 · Heft 1 (April 1902) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 1 (April 1902)
Date
1902-04-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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No. i. 7. kommen. Der Sozialwissenschaftliche Studentenverein verlor über 100 Stimmen tind damit einen Kandidaten, die Finkenschaft über 180 Stimmen und damit ebenfalls 1 Kandidaten. Stimmenzuwachs erhielt die nationale Partei (Partei des V.D.St), die katholischen Korporationen, und verhältnismässig am stärksten wir (178 Stimmen gegen 126 im vorigen Jahre). Unser erster Kandidat, Rosenkranz, erhielt bereits am ersten Wahlvormittag die erforderlichen 100 Stimmen. Wir beteiligten uns an den ersten Anfängen eines bedeutsamen innerjüdischen Werkes, an den Vorbereitungen zur Gründung eines „jüdischen Volksbildungsheimes4' (Toynbeehalie). Wir entsandten einen Vertreter zu der' vorbereitenden Sitzung und traten eifrig für das Zustandekommen dieser jüdisch-sozialen Unternehmens ein. Sobald der Verein „Jüdische Toynbeehalie" gegründet sein wird, werden wir ihm mit einem unsern Verhältnissen entsprechenden Jahresbeitrag beitreten. Wir hoffen, dass für viele Bundesbrüder hier ein Boden gegeben sein wird, wo sie persönlich produktiv ihren jüdischen Willen bethätigen können. Am 26. Februar veranstalteten wir in den ,,Vier Jahreszeiten" als Winterfest einen jüdischen Kunstabend, auf dem vorwiegend Werke der jung-jüdischen Kunst zur Darstellung gelangten. Das von Bbr. Jul. Cohn mit einer Titelzeichnung geschmückte Programm legen wir den auswärtigen Bbr. Bbr. bei. Der Eindruck der von modern jüdischem Empfinden getragenen Darbietungen war tief und sicher nachhaltig.*) — An den Kunstabend schloss sich ein trefflich gelungener Ball, der erst am nächsten Morgen sein Ende erreichte. Durfte es uns mit Stolz erfüllen, unter den Vertretern der jung-jüdischen Kunst Bundesbrüder zu sehen, so gereichte es uns zu gleicher Freude, dass VJ.St.—er auch auf wissenschaftlichem Gebiete ihr jüdisches Empfinden bethätigten; unser Bbr. Gerzon hat in diesem Semester mit der ersten wissenschaftlichen Grammatik der jüdisch-deutschen Sprache in Heidelberg promoviert. Intensiv war auch das Leben im Verein selbst. Wir suchten Interesse und energische Teilnahme am jüdischen Leben so hoch wie möglich zu spannen. Mittel hierzu waren der Fuchsenunterricht, den A. H. Biram in liebenswürdiger Weise übernommen hatte und der treffliche Geschichtskurs (jüdische Geschichte des *) Die „Einführung" unseres A. H. Dr. Zlocisti ist im Aprilheft von „Ost und West" zum Abdruck gelangt.

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