Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1902-1903)
- Issue
- Heft 1 (April 1902)
- Date
- 1902-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Wo. 1. 6. einem noch festeren und innigeren zu machen; besonders hatte man die auswärtigen Aktiven und alten Herren im Auge, welche durch die Zeitung in stetem Zusammenhange mit dem Verein bleiben sollen. Beratungen über die Satisfaktionsfrage führten zu dem Resultat, dass die bis dato für uns giltigen Prinzipien im wesentlichen beibehalten wurden. (Spezielles s. unter ,,Vertrauliches7u) Zum Präsidialverein für das 2. Bundesjahr wurde der V.J.St., Breslau, gewählt. Der nächste Kartelltag soll in München stattfinden. V.J.St. Berlin. 14. Semester (Winter 1901/1902). Das nunmehr verflossene 14. Vereinssemester war eine Zeit der Arbeit nach aussen und nach innen. Wir haben in ihm unsere Stellung in der Studentenschaft voll behauptet; wir haben im Verein selbst nach Kräften gearbeitet. Anregungen, die frühere Semester gegeben hatten, sind zur vollen Entwickelung gekommen, neue Ziele haben sich aufgethan. Am 6. November feierten wir die Antrittskneipe im grossen Saale der Aegirsäle. Ueber hundert Personen, darunter zahlreiche Gäste, waren anwesend. Bbr. Steinitz hielt eine zündende Tendenzrede, die mit einem Salamander auf die Gäste schloss. Bbr. E. Cohn sprach auf den B.J.C., der Bedeutung für das gesamte jüdische Leben gewinnen müsse. Im Namen der Gäste dankte Herr Sanitätsrat Jastrowitz und Herr S. Bergel; die alten Herren feierte in launiger Weise Bbr. Jul. Cohn; ihm erwiderte A. H. Hantke. An dem in würdiger Weise verlaufenden Abend meldeten sich mehrere Füchse aktiv. Gelegenheit zum Hervortreten in die Oeffentlichkeit gaben zunächst die Lesehallenwahlen. Die Parteien, welche in den Kampf um Anerkennung ihrer Prinzipien zogen,, waren dieselben wie im Vorjahre. Besonders bemerkenswert ist, dass der Verein Deutscher Studenten diesesmal mit anerkennenswerter Offenheit fast lediglich mit dem Antisemitismus operierte. Unsere jüdischen Gegner hatten natürlich nichts vergessen und ebensowenig zugelernt. Mit dem Resultat der Wahl können wir jedenfalls im höchsten Masse zufrieden sein. Obwohl die Zahl der Lesehallenmitglieder bedeutend grösser war als im Vorjahre, gelang es der Freien Wissenschaftlichen Vereinigung doch nur mit grösster Mühe ihren ersten Kandidaten durchzube-