Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1902-1903)
- Issue
- Heft 1 (April 1902)
- Date
- 1902-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1. 8. 19. Jahrhunderts) der allwöchentlich in einem Schullokale stattfand, und für welchen wir unserm A. H. Dr. Zlocisti zu hohem Dank verpflichtet sind. Ferner wurde die geistige Ausbildung der Mitglieder gefördert durch fast wöchentliche Vorträge bezw. Referate. Von ausserhalb des Vereins stehenden Herren, welche hierdurch ihr Interesse für denselben bethätigten, sprachen: Herr Rabbiner Dr. Es che Iba eher: Hamacks „Wesen des Christentums" (2 Abende); Herr Rechtsanwalt Dr. Lövinsohn: Ueber Abwelirbestrebungen; Herr Prof. Dr. O. Warburg: Ueber Kolonisation in Anatolien. Ausserdem trugen von Bbr. Bbr. vor: A. H. Dr. Zlocisti: Jüdische Kunst. A. H. Dr. E.Loewe: Die Poesie der Bibel. A. Meyerowitz: Neuhebräische Sprache und Litteratur. Jul. Cohn: Jüdische Künstler im 19. Jahrhundert. M. Eschelbacher: Ueber Leopold Kompert. Zwei „Diskussionsabende" fanden über die Themata: Orthodoxie und Liberalismus (Referent: Bbr. Grünberg) und „Nationaljudentum** (Referent: Bbr. Majerczik) statt. Kürzere Referate hielten: E. Cohn, E. Zlocisti, Zucker, Holz, Leo Cohn. Die Vereinsbibliothek konnte infolge widriger Verhältnisse in diesem Semester nicht so in Aktion treten, wie wir es wohl wünschten; wir werden im nächsten Semester Abhilfe schaffen. Das gesellige Leben innerhalb des Vereins gestaltete sich nicht so lebhaft, wie es sollte. Schuld daran trugen zum Teil unsere Lokalverhältnisse. Wir mussten aus, zum Teil, tragikomischen Gründen (Konkurs des Wirtes) das Lokal mehrfach wechseln, erst gegen Ende des Semesters gelangten wir zu einem festen Unterkommen.*) Der jetzige Zustand entspricht allen Wünschen. Wir haben nicht nur ein schönes Kneipzimmer, sondern auch ein kleines geschmackvoll dekoriertes Zimmer zur alleinigen Benutzung; es kann uns so ein Stammlokal für das gemütliche Zusammensein der Bundesbrüder bilden und uns die Möglichkeit für einen engeren Verkehr auch ausserhalb der offiziellen Veranstaltungen geschaffen werden. Das Turnen wurde nicht vernachlässigt. Wie schon im vorigen Semester turnten wir unter Leitung von Bbr. J. Cohn in der Turnhalle des Reichenheimschen Waisenhauses, für deren gütige Ueberlassung wir dem Kuratorium zu grossem Dank verpflichtet sind. *) Das jetzige Kneiplokal befindet sich Linienstrasse 145.