Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 30 (1933)
- Issue
- Heft 3 (Juni 1933)
- Date
- 1933-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3537599-3537840-3537843--8659-3546725- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Gründen den Weg nach Palästina nicht finden können. Wir sind bereit, Jedem einzelnen Bundesbruder in seinen Berufsangelegenheiten gewissenhaft zu Beraten und bitten, von dieser Bereitschaft Gebrauch zu machen. 2. Auch die zentralen jüdischen Hilfsorganisationen, welche in der ersten Zeit der Krise ziemlich unterschiedslos Unterstützungen und Subventionen gaben, haben erkannt, daß die Auswanderungsmöglichkeiten in die Länder außerhalb Palästinas gering sind. Es werden daher Subventionen für Auswanderung nur gegeben, wenn Möglichkeiten der Existenzgründung im Ausland glaubhaft gemacht werden. Es werden ferner Unterstützungen für den Fall gewährt, daß die Mittel nachweisbar der Aufrechterhaltung der Existenz hier dienen. Ich bitte, alle Fälle, in denen Unterstützungen von zentralen jüdischen Instanzen erbeten werden, in Form eines Antrages an mich zu senden. Da ich die Fühlung mit diesen Organisationen aufrechterhalte, werde ich dann von hier aus in zweckmäßiger Form über die Anträge verhandeln. An Studenten wird eine Beihilfe nur gewährt, wenn sie unmittelbar, d. h. im letzten oder im vorletzten Semester vor den Schlußprüfungen stehen. Für alle anderen werden Beihilfen nicht gewährt. Ich bitte auch alle Bundesbrüder, über «die Erfahrungen, welche sie mit den Wirtschaftsstellen und Hilfsorganisationen ihrer Bezirke machen, an mich zu berichten, da es wichtig ist, daß das Material hierüber hier vorliegt und, sofern zu Beschwerden Anlaß ist, dem Zentralausschuß unterbreitet werden kann. Insbesondere ist auch darauf zu achten, ob etwa an diesen Stellen antizionistische Tendenzen zutage treten oder ob dort über Palästina in unsachlicher Form Auskunft gegeben wird. Bericht des Altherrenressorts. Von Hans Lipschitz. Schon das vorige Präsidium hatte begonnen, in der Altherrenarbeit grundsätzlich neue Wege einzuschlagen. Die Richtung, in welcher sich die Arbeit bewegen sollte, war in den Artikeln der Bbr. Bbr. Paul Hirsch und Hans Lipschitz im J.St. vom November 1932 vorgezeichnet worden. Das jetzige Präsidium hatte sich die dort niedergelegten Gedankengänge zu eigen gemacht und war im Begriff sie durchzuführen, als die Altherrenarbeit durch die bekannten Ereignisse jäh unterbrochen wurde. Auch die Träger dieser Arbeit waren, wie das ganze Präsidium, durch die aktuellen und dringenden Anforderungen, vor die sich das Präsidium gestellt sah, in einem Maße in Anspruch genommen, daß für die Durchführung der Pläne hinsichtlich der Altherrenarbeit weder Zeit blieb, noch objektive Möglichkeiten dafür vorhanden waren. Wir sind uns aber klar darüber, daß das Angefangene jetzt baldigst fortgesetzt werden muß. Insbesondere richten wir an dieser Stelle an alle Bezirksverbände, welche sich noch nicht gemäß dem Vorschlage von Bbr. Paul Hirsch im J.St. vom November 1932 neu organisiert haben, die Aufforderung, dies baldigst nachzuholen. Was die Berliner Altherrenarbeit anbelangt, so waren wir darangegangen, die Berliner Altherrenschaft nach regionalen Gesichtspunkten in kleinere Gruppen einzuteilen. ~ Dies war besonders für diejenigen AH AH gedacht, welche keinem Berliner Altherrenbund angehören. Es hatten auch mehrere 79