Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1933-06-01 · Heft 3 (Juni 1933) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
30 (1933)
Issue
Heft 3 (Juni 1933)
Date
1933-06-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3537599-3537840-3537843--8658-3546724
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

der dortigen zionistischen Organisation herzlichst für ihre tatkräftige Hilfe gedankt, in erster Reihe Bbr. Boris Gurewitsch, dessen Energie hauptsächlich die Verwirklichung dieses Projektes zu danken ist. Nach großen Schwierigkeiten ist es jetzt gelungen, in Memel die Arbeitserlaubnis für 40 Bundesbrüder zu erhalten, die sich dort mit der Erlernung eines handwerklichen Berufes befassen wollen. Es sind dort Lehrstellen für Schlosserei, Tischlerei, Installation, Baugewerbe, Elektrotechnik, Strickerei, Weberei, Seifenfabrikation, Schokoladenfabrikation, Färberei, Bäckerei, Korbflechterei, Maler u. a. beschafft worden. Die Besetzung dieser Stellen erfolgt in diesen Tagen. Auch hier sei den Memeler Bundesbrüdern und Gesinnungsgenossen, insbesondere Bbr. Ad ja Konikoff und Max Sagenkahn herzlichst gedankt. Ferner ist zu erwähnen, daß eine Anzahl von Bundesbrüdem ihre landwirtschaftliche oder handwerkliche Hachscharah auf Einzelstellen in Deutschland, Holland, Dänemark und Frankreich betreibt. Beridit Ernst Marcus. Ueber meine Arbeit in den letzten Monaten möchte ich in zwei Kapiteln berichten: 1. In den Wanderungsfragen ist eine Klärung so weit erfolgt, daß nunmehr das gesamte Material über Studien Voraussetzungen usw. in den großen Ländern Europas vorliegt. Hierüber können bei uns stets Informationen eingeholt werden. Ein großer Teil des Materials ist außerdem den Bezirksverbänden und auch einer Reihe von Untergruppen zugegangen. Die Bundesbrüder können sich also bei den Vorsitzenden ihrer Bezirksverbände zu informieren suchen und brauchen nicht aus dem Reiche alle Anfragen an die Zentrale zu richten. Vor allem muß davon abgeraten werden, direkt an Botschaften, Konsulate usw. zu schreiben. Abgesehen davon, daß diese Stellen mit Anfragen überhäuft werden, die nicht immer in geschmackvollem Stil gehalten sind, sind auch die Auskünfte von dort nicht zuverlässig. An die jüdischen Zentralstellen zu schreiben erübrigt sich im allgemeinen, wenn beim Präsidium eine Anfrage erfolgt. Wir bitten aber vor allem, bei sämtlichen Anfragen Rückporto einzulegen, da die Portobelastung für den Etat des Präsidiums außerordentlich drückend ist. Im großen und ganzen ergibt sich schon jetzt ein klares Bild für Auswanderungsmöglichkeiten. In ihren akademischen Berufen werden nur außerordentlich wenig jüdische Akademiker im Ausland unterkommen können. Auch der größte Teil der Auswanderer in die Länder außerhalb Palästinas wird Berufsumschichtung in die manuellen Berufe vornehmen müssen. Wir haben viele Berichte aus allen Ländern, und vor allem sehen wir, wie traurig es bei uns auf der Seite des nichtzionistischen Judentums steht, wo die meisten jüngeren Menschen plan- und ziellos sehr trügerischen Hoffnungen nachgehen. Wir können heute mit gutem Gewissen sagen, daß, auch real betrachtet, Palästina die größte Chance für jeden einzelnen ist, und daß nur denjenigen geraten werden kann, in andere Länder auszuwandern, die aus bestimmten 78

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.