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Der jüdische Student · 1933-05-01 · Heft 2 (Mai 1933) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
30 (1933)
Issue
Heft 2 (Mai 1933)
Date
1933-05-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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ger Aufenthalt macht mit Land und Leuten und ihren Problemen ganz anders vertraut als eine mehrwöchige Touristenreise; namentlich auch eröffnen sich in unvergleichlich tieferer Weise die Beziehungen zu unserer alten Literatur. Wenn auch der gesamte Unterrichtsbetrieb sich nur in Hebräisch vollzieht, so bedeutet dies in den meisten Fächern auch für den zunächst der Sprache wecig kundigen Studenten keine allzu große Schwierigkeit; ich kenne Fälle, wo ein deutscher Student, zwei Monate nachdem er ohne Kenntnis irgend welcher hebräischer Vokabeln ins Land gekommen war, mit Verständnis Universitätslesungcn hörte. Trotz der wirtschaftlichen Lage in der deutschen Judenheit. ist es noch nicht utopisch, zu solchem Gaststudium in Jerusalem anzuregen. Kostet auch freilich die Fahrt 3. Klasse etwa von München nach Jerusalem ca. RM 150—160 (incl. Verpflegung auf dem Schiff), so ist dafür für Studierende, die mit einfachen Verhältnissen sich zu begnügen bereit sind, das Studium drüben merklich billiger als hier, Man kann, einschl. der recht niedrigen Studiengebühren, mit etwa 60 RM im Monat schon auskommen, viele einheimische Studenten verbrauchen ganz bedeutend weniger, und mit 80 RM im «Monat ist man beinahe ein Krösus. Ueberdies besteht, wenigstens für Studierende aus größeren deutschen Universitätsstädten, unter Umständen die Möglichkeit eines Austausches mit einem palästinensischen Studenten, wofür man sich an das Sekretariat der Hebräischen Universität oder auch etwa an den Verfasser dieser Zeilen wenden kann. Frühzeitig muß man auf alle Fälle sich schriftlich an die Universität wenden (Adresse: D. 0. B. 340, Jerusalem), um Visum und Aufenthaltserlaubnis für drüben zu bekommen, wofür die Bestimmungen'zwar gegen früher gemildert, aber immer noch ziemlich kompliziert sind. Da die Zahl der Studierenden in Jerusalem aus verschiedenen Gründen, 'die freilich nicht von Dauer sind, vorläufig noch — ganz besonders in den Naturwissenschaften — recht klein ist, in den letzten Jahren sich um 200 herum bewegte, so hat der Student intensive Förderung und Erleichterung von seinen akademischen Lehrern zu erwarten. (Die Universität umfaßt, unter Einrechnnng der Assistenten, etwa 60 Dozenten etc.) Eine Reihe von studentischen Verbindungen erleichtern ihm das Einleben. Natürlich ist neben dem „Gaststudium" auch die Absolvierung der Studien bis zum akademischen Schlußexamen möglich; solche Examina sind 1931 und 1932 schon abgehalten worden. 3. Ausbau und Finanzierung der Universität, Die Resolution, die 1931 auf dem Kartelltag des K.J.V. in Richtung des Ausbaus der Hebräischen Universität zu „einer regelrechten Hochschule" angenommenwurde, geht insofern von irrigen Voraussetzungen aus, als weder bei der Jerusalemer Leitung und der Dozentenschaft der Universität noch bei ihrer höchsten Behörde, dem (offiziell in London domizilierenden) Kuratorium nebst dem es beratenden, aus jüdischen Gelehrten der verschiedensten Länder zusammengesetzten Akademischen Rat", die Tendenz besteht, einen solchen Ausbau hintanzuhalten oder aulzuschieben. Tempo und Uraiang des Ausbaus hängen allein vor* den vorhandenen Mitteln ab. Wie ernst sich in dieser Richtung die Wirtschaftskrise geltend gemacht hat, ersieht man schon aus folgenden nackten Zahlen: im August 1929 hat das Kuratorium für das nächste akademische Jahr ein Budget von etwa 70 000 L beschlossen, 1931 betrugen die Eingänge weniger als die 70

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