Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 30 (1933)
- Issue
- Heft 2 (Mai 1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Hallte. Eine Haupt Ursache dieser katastrophalen Schrumpfung ist der Umstand, daß das Budget der Universität bis jetzt zum allergrößten Teil — ja,, wenn man von Beitrag von Baron Rothschild absieht, fast ausschließlich — in Amerika aufgebracht wird. Auch ideell ist das unrichtig; auf die Gebefreudigkeit der Amerikaner kann das schlechte Beispiel Europas unr.iögiicY anstachelnd wirken. Wenn man bedenkt, daß die in manchen Hinsichten nickt vorbildlichen Universitätsverhältnisse Amerikas (veröl, das jüngst erschienene auch ins Deutsche übersetzte Buch von A. Fiexner „Universities") der Hebräischen Universität weniger zum Vorbild dienen sollten als die Einrichtungen verschiedener europäischer Universitätsverfassungen, so ist es doppel absurd, die ganze Last allein auf amerikanische Schultern zu legen. Wie es. in Amerika namentlich auch eine sehr große Anzahl kleiner Einzelbeiträge» namentlich von jüdischen Aerzten des Landes, was zusammengenommen einem entscheidenden Anteil an der Finanzierung der Hebr. Universität ausmacht, so sollten auch in Europa von einem recht umfassenden Kreise zionistischer und nichtzionistischer Freunde der Universität durch Summierung mäßiger Jahresbeiträge die Vorbedingungen dafür geschaffen werden, daß statt eines Abbaus ein Ausbau der Universität erfolgen kann. Anstrengungen in dieser Richtung sind seit kurzem in einigen europäischen Ländern gemacht worden; vielleicht sollte in Deutschland gerade das K.J.V. es unternehmen, in erster Linie die einschlägigen Bemühungen des von Prof. Citron geleiteten Verbands zur Förderung der Universität Jerusalem zum Erfolg zu bringen. Eine Reihe weittragender Pläne zum Ausbau der Universität liegt vollständig ausgearbeitet vor und wartet zur Verwirklichung nur auf die Bereitstellung der (in einigen Fällen sogar schon halbwegs gesicherten) Mittel. Ich nenne als Beispiele das landwirtschaftliche Institut, das vermutlich schon bald unter der personlichen Leitung Prof. Weizmanns, der — was in der zionistischen Öffentlichkeit oft vergessen wird — ein bahnbrechender wissenschaftlicher Forscher ist, eröffnet werden kann; ferner die Einrichtung eines Unterrichts in verschiedenen Gebieten tropischer Medizin für schon ausgebildete Aerzte in Verbindung mit der zu schaffenden Universitätsklinik, den Ausbau des Lchr- und Forschungsbetriebs in Physik, Geschichte, klassischer Philologie und einigen anderen Natur- und Geisteswissenshaften. Möglicherweise wird sich auch der Unterricht in pharmazeutischer Chemie bald einrichten lassen und Studenten in größerer Zahl anlocken, für die die Tätigkeit als Apotheker in den Palästina benachbarten Ländern als durchaus aussichtsreich erscheint. An Plänen und Wünschen des Ausbaus ist kein Mangel, und ihre Verwirklichung wird allein davon abhängen, welche budgetären Möglichkeiten der Universität durch die Entwicklung der Wirtschaftsverhältnisse und durch die Anstrengungen besonders auch der europäischen Judenheit gegeben werden! Mitteilungen des Präsidiums. 1. Statt Bbr. Fritz Löwenstein, der im Auftrage des Präsidiums das Hachscharah-Ressort leitete, ist Bbr. Hans Friedenthal in das Präsidium mit dem gleichen Aufgabenkreis eingetreten, da Bbr. Löwenstetn nach Palästina übersiedelt. 71